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Vorwort
Polen und Deutsche verbindet eine schicksalhafte, über weite Strecken eine tragische Nachbarschaft. Diese Nachbarschaft ist ohne Zweifel von besonders komplexer Art. Sie verlangt von beiden Seiten Verständnis und die Pflicht zu verantwortungsbewußtem Handeln im Interesse des Friedens. Eine friedliche Nachbarschaft zwischen unseren beiden Völkern im Herzen Europas dient der Völkergemeinschaft.
In Warschau und in Bonn ist diese Verpflichtung erkannt worden. Der deutsch-polnische Vertrag von 1970 und der Beitrag beider Regierungen zum Erfolg des KSZE-Prozesses sind dafür Beweis. Ohne die beiderseitige Kompromiß- und Verständigungsbereitschaft wäre die KSZE-Schlußakte nie Realität geworden. Ich werde jenes Gespräch mit Edward Gierek in Helsinki nicht vergessen, das damals den Durchbruch brachte und den historischen Schritt hin zu einem Europa des Friedens und der Zusammenarbeit ermöglichte. Die Früchte jener Anstrengung reifen heute, nicht allein in Polen. Es sind Früchte, die auf dem Boden der deutsch-polnischen Verständigung gewachsen sind.
Unserer polnischen Nachbarnation habe ich immer Verständnis für ihren Kampf um Souveränität und Freiheit, für ihren Wunsch nach einem allseits respektierten Platz in der europäischen Völkerfamilie entgegengebracht. Als Bundeskanzler lag mir die Gestaltung eines gedeihlichen Verhältnisses zu Polen besonders am Herzen. Dabei war mir bewußt, daß die Uberwindung der Vergangenheit, deren Folgen bis heute spürbar sind, nur durch die Schaffung neuen Vertrauens gelingen kann. Deshalb können wir uns in unseren beiderseitigen Beziehungen keine Zweideutigkeiten leisten. Das gilt insbesondere für die Frage der polnischen Westgrenze. Sie ist eine Schlüsselfrage des deutsch-polnischen Verhältnisses.
Ich habe Polen mehrere Male besucht. Beim ersten Mal, es war im Jahre 1966, ließ mich das offizielle Polen deutlich seine Distanz zur
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