Bővebb ismertető
EinleitungIn der planmäßig zusammengestellten Auswahl, in der uns die Schriften des Aristoteles erhalten sind, sehen wir die Ethik und die )Politik<, also die Staatsphilosophie, auf das engste miteinander verknüpft. Die >Nikomachische Ethik< gibt gleich auf ihren ersten Seiten zu verstehen, daß sie in den Gesamtbereich der politischen Wissenschaft gehört, und der erste Satz der >Politik< ist nichts anderes als eine Anwendung desselben Grundgedankens der philosophischen Ethik der Griechen, den wir auch im ersten Satz der >Nikomachischen Ethik< ausgesprochen finden: daß nämlich jedes Handeln das Streben nach einem Gute sei, und daß es eine Hierarchie der Güter gebe, nach der sich das jeweilige Handeln bestimme. Darüber hinaus gibt es eine ansehnliche Zahl von Stellen, an denen die Staatsethik als eine Erfüllung der Individualethik erscheint und auch in Einzelheiten auf denselben Grundlagen ruht wie diese.Sieht man indessen näher hin, so zeigt sich bald, daß diese enge Verbindung von Individualethik und Staatsphilosophie bei Aristoteles wie bei den Griechen überhaupt eine höchst problematische Angelegenheit ist.Wir wollen, was Aristoteles angeht, nicht von den Fällen reden, in denen die Beziehung zwischen Ethik und Politik wahrscheinlich erst durch den Gesamtherausgeber der Ouvres choisies, die wir besitzen, hergestellt worden ist : das heißt also nicht von den Fällen, in denen der Redaktor selbst einen Hinweis eingelegt oder doch die aristotelischen Textmaterialien so disponiert hat, daß die Werke einander ergänzen (es handelt sich vor allem um die Komplexe, die um die beiden Begriffe der Glückseligkeit und der Gerechtigkeit gruppiert sind).Ungleich wichtiger ist das andere: die innere Struktur der philosophischen Ethik ist von derjenigen der Staatsphilosophie vollkommen verschieden. Schon eine flüchtige Lektüre der beiden Schriften des Aristoteles wird zu diesem Eindruck führen, und wenn man diesen Eindruck resümiert, so mag man etwa sagen: die >Nikomachische Ethik< ist eine Gliederung der ethischen Verhaltensweisen im Hinbück auf eine ausgewogene Humanität und auf die Betätigung des Geistes als des Höchsten,