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Am Anfang war der Traum. Ein Traum, der den stolzen Namen der Ideologie beanspruchte. Und er war schön: die grossen Träumer Marx und Engels versprachen den sicheren Weg, das wissenschaftliche Prinzip, um die Ausbeutung des Menschen durch den Menschen aufzuheben, um eine neue — um eine glückliche, eine auf Gleichheit beruhende, eine freie und furchtlose Gesellschaft zu schaffen. Eine Gesellschaft auch, von der man erhoffte, daß sie die Gegensätze zwischen den Nationen beseitigen, von der man glaubte, daß in ihr ewiger Friede herrschen würde So viele Erkenntnisse und Wahrheitselemente er auch immer enthalten mochte: der Traum blieb nicht mehr als Traum. Und der Grund seines Erfolges, seiner Wirkung, seiner frappanten Ausbreitung über die Kontinente? — Er war nicht zuletzt und ganz einfach darin zu suchen, daß der Mensch nun einmal die bunten Träume einer häßlichen Wirklichkeit bei weitem und in jeder Form vorzieht. — Nun hatten freilich die großen Träumer Marx und Engels mit zwei grundlegenden Faktoren zu wenig gerechnet: der eine Faktor ist der Mensch mit seiner Menschennatur, der Mensch mit seinen Tugenden und Fehlern, die untrennbar miteinander verwoben sind. Der andere Faktor ist die Nation — diese geschichtliche, geographische, diese wirtschaftliche und sprachlich-kulturelle Einheit, deren Wurzeln tiefer gründen, deren Virus gefährlicher und deren Kraft größer waren, als die beiden Träumer es geahnt hatten. (Von diesen beiden Irrtümern beschäftigt uns hier lediglich der zweite.)