Bővebb ismertető
EinführungManfred BaumgärtelManfred Baumgärtel, Hauptgeschäftsßhrer der Hanns-Seidel-Stiftung.Das Bild der Politik, der Politiker und der Parteien in der Öffentlichkeit hat sich in den letzten Jahren verdunkelt. Dies liegt gewiß zu einem großen Teil an den weltpolitischen Entwicklungen, die für Deutschland nach der Wiedervereinigung große Veränderungen seines Status, seiner außenpolitischen Lage und der innenpolitisch zu bewältigenden Probleme gebracht haben.Wissenschaftliche Untersuchungen zeigen zudem schon seit Jahren, daß sich die in allen Industrienationen zu beobachtenden Prozesse des Wandels von Einstellungen zu Werten auch aufdie polltische Teilnahme der Bürger auswirken und zum Entstehen neuer Parteien führen.Im sogenannten Superwahljahr 1994 stellt sich für Politiker wie für Wissenschaftler ganz besonders die Frage, ob hier tatsächlich ein langfristig wirksamer Wertewandel" erkennbar wird, oder ob die sich rasch wandelnden politischen Einstellungen wie auch das Aufkommen von Protestparteien eher auf kurzfristig wirksame politische Ereignisse und Maßnahmen zurückzuführen sind.Wenn über Wertewandel" gesprochen wird, muß man sich davor hüten, solche Wandlungsprozesse nur negativ, nämlich als Werte-,,Verfall" zu interpretieren.Bisweilen sind nämlich recht widersprüchliche Trends zu beobachten: So ist im Laufe der Zeit das politische Interesse und zumindest die generelle Bereitschaft zur politischen Partizipation angestiegen, nicht jedoch die Bereitschaft, sich beispielsweise in Parteien zu engagieren.Dem verbreiteten Anspruchsdenken (egoistische Gesellschaft") steht ein durchaus feststellbarer Wille zu Verzicht in wirtschaftlich schwieriger LagePolitische Studien, Heft 336, 45. Jahrgang, Juli/August 1994