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LANDSCHAFT ZU FÜSSEN DES VULKANS
Bacchus und der Vesuv
Fresko im IV Stil,
HO X 101 cm
Pompeji, Peristyldes
Hauses der Jahrhundertfeier
Archäologisches Nationalmuseum
Neapel
Bacchus ist mit seinen Attributen (einem Panther und dem mit Efeu und Weinlaub bekränzten Thyrsusstab) hier dargestellt in Gestalt einer riesigen Traube. Hinter ihm ragt der Vesuv auf, dessen Weinberge entscheidend zum Reichtum Pompejis beitrugen. Die Schlange im Vordergrund ist das Symbol für die Fruchtbarkeit des Bodens.
Am Vormittag des 24- August 79 n. Chr. schien am Fuße des Vesuvs die Zeit ruhig dahinzufließen. Das Land hier war sehr fi-uchtbar und dicht besiedelt; seine Bevölkerung lebte teils in größeren Städten, teils auf zahlreichen Gutsund Halbpachthöfen, wo eine Vielfalt landwirtschaftlicher Produkte erzeugt wurde. Die Küste war in enger Folge gesäumt von den luxuriösen Landhäusern reicher römischer Aristokraten.
Nichts deutete auf eine bevorstehende Katastrophe hin. In Pompeji hatten sich die Bewohner zu früher Stunde ihren verschiedenen täglichen Beschäftigungen zugewandt, und in den Häusern hatte man schon damit begonnen, das Essen vorzubereiten, das am Abend auf den Tisch kommen sollte. In den Öfen der Bäcker bräunten die runden, rosettenartig geformten Weißbrote, und in den umliegenden Guts- und Bauernhöfen stapelte man die Amphoren und großen irdenen Gefäße für die bevorstehende Ernte auf.
Vom Vorplatz des Venustempels aus konnte man in der Feme die mit wertvollen Ladungen aus dem hellenistischen Ägypten bestückten Schiffe erkennen, die sich, angetrieben von einer leichten Sommerbrise, zur Landung im Handelshafen anschickten, der an der Mündung des Sarno lag, welcher das zu Füßen des Vesuvs sich erstreckende Tal fruchtbar und grün werden ließ. Als die Mittagsstunde herangekommen war, veranlaßte die aufkommende sommerliche Hitze die Menschen, ihre Tätigkeit zu unterbrechen, um in einer der zahlreichen Thermopolia*, den Imbißstuben jener Zeit, etwas zu sich zu nehmen und dann die Thermen aufzusuchen, um