Bővebb ismertető
Einleitung
Ziel dieses Buches ist es, Pompeji und Herculaneum möglichst genau vor uns erstehen zu lassen, das Leben jener Zeit darzustellen, das im Jahre 79 n. Chr. durch den Ausbruch des Vesuvs und seine Lavaströme jäh unterbrochen wurde. Wie die Städte nach beinahe zweitausend Jahren des Vergessens wieder auferstanden, wie Archäologen sich seit zwei Jahrhunderten bemühen, sie aus der Lava- und Ascheschicht herauszuschälen, um den Ruinen wieder ihr einstiges Aussehen zu verleihen: dies zu zeigen, ist unser Anliegen. Wir gehen dabei von den jüngsten Funden aus, die unsere Kenntnis der antiken Welt und ihrer Lebensweise unendlich bereichern.
Pompeji und Herculaneum sind noch nicht völlig freigelegt, aber der Augenblick scheint nicht mehr fern, da die Ausgrabungsarbeiten die noch verschütteten Viertel Pompejis ans Tageslicht bringen. Bei Herculaneum gestalten sich die Forschungen schwieriger; denn im Mittelalter erstand über der Decke aus versteinertem Schlamm, die sich über diesen Ort legte, eine moderne Stadt, und es ist nicht leicht. Lebende umzusiedeln, um eine tote Stadt auszugraben. Neue Entdeckungen werden berücksichtigt, soweit sie bereits veröffentlicht wurden. Eine solche Veröffentlichung kann in gewissen Fällen ziemlich lange nach der eigentlichen Entdeckung erfolgen, da manche Fundgegenstände Probleme aufwerfen, deren Lösung schwierig ist und Zeit beansprucht.
Von dieser Einschränkung abgesehen, smd es das Pompeji und das Herculaneum von i960, die der Leser bei der Lektüre dieses Buches durchwandert. Obwohl Probleme, die lediglich die Fachgelehrten interessieren, nicht berücksichtigt sind, trachtet das Werk doch danach, ein
umfassendes und genaues historisches und archäologisches Bild zu geben, das alles Wesentliche des täglichen Lebens in den kampanischen Städten unter römischer Herrschaft beleuchtet.
Damit der Leser versteht, warum und wie diese ,toten Städte' das geworden sind, was sie vor ihrer Zerstörung waren, ist es erforderlich, ihre Entwicklung von der Gründung in frühgeschichtlicher Zeit bis zum Unheilsjahr 79 zu verfolgen. Es wird dargestellt, wie sie nach langem Schlaf unter der Lava freigelegt und nach wissenschaftlichen Verfahren teilweise rekonstruiert wurden. Von der ,Jagd auf Schätze' im 18. Jahrhundert bis zur sorgfältigen Wiederinstandsetzung der Häuser und der Gärten, wie sie heute erfolgt, hat die Archäologie eine gewaltige Entwicklung durchgemacht. In diesem Buch geht es nicht darum, die Verdienste der verschiedenen Ausgra-bungsleiter, die auf den kampanischen Grabungsstätten einander folgten, zu studieren; besonders erwähnt werden soll jedoch der kürzlich verstorbene Archäologe Professor Amedeo Maiuri, der die Arbeiten auf den Ausgrabungsstätten in Pompeji und Herculaneum leitete und seit vielen Jahren mit leidenschaftlichem Eifer und profundem Wissen an die Freilegung der noch unbekannten Stadtviertel heranging. Als Verfasser zahlreicher und bemerkenswerter Werke, deren Lektüre für jeden wichtig ist, der die Anlage der Städte und den Geist, der in ihnen herrschte, kennenlernen will, bietet Professor Maiuri ein hervorragendes Beispiel wissenschaftlicher Verantwortung und Begeisterungsfähigkeit.
Seit nahezu einem halben Jahrhundert ist das Bemühen der Archäologen darauf gerichtet, jeden Gegenstand dort zu