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Wird lesenswert sein, was sich als hörenswert vielfach erwiesen hat? Das ist hier die Frage: Und obgleich sie nun schon zum zwölften Male gestellt wird - das vorliegende Hörspielbuch macht das Dutzend volk! - ist die Antwort so ungewifi wie eh und je. Was zum Hören bestimmt war, muíS sich als Lektüre erneut bewáhren. Kann der Text für sich bestehen? Kann er Vergnügen bereiten - auch aufierhalb der Sendung? Wir sind zuversichtlich und wünschen dem Band gute Aufnahme! Hörspiele 12 stellt zehn funkdramatische Werke - sieben Hörspiele und drei Kurzhörspiele der Reihe Momentaufnahme - aus den Jahren 1971 bis 1973 vor. Die Auswahl hat Kopfzerbrechen bereitet; denn wenn sie sich auch - im Gegensatz zu vorangegangenen Bánden - auf Originalhörspiele von Schriftstellern der DDR beschránkt, kann sie doch kaum ein Zehntel dessen bringen, was in drei Jahren seine Funkpremiere erlebt hat. Kein Zweifel - da bleiben Lücken. Warum - so könnte gefragt werden - ist Günter Kunért mit dem Dürer-Hörspiel von 1971 vertreten, nicht aber mit seiner spáter entstandenen Arbeit zu Heinrich Heine? Wird der Hinweis auf die breite internationale Resonanz, die Mit der Zeit ein Feuer gefunden hat, als Antwort hefriedigen? - Und weshalb wurde von acht Kriminalgeschichten, die Hans Siebe im genannten Zeitraum geschrieben hat, gerade Gepáckfach neunzehn hier aufgenommen? Nicht Bahnschranke Kienbusch? Oder eine Folge der Reihe Tatbestand? Ja, mufi der Krimi überhaupt vertreten sein, wenn der Raum so knapp bemessen ist? Hier - glaube ich - kann sich die Auswahl auf das vielstimmige Votum der Hörer bemfen, diq dem Volksstück mit kriminalistischem Ansatz, um das sich Hans Siebe verdient gemacht hat, wiederholt grofie Zustimmung gegeben habén. Gepáckfach neunzehn steht als gelungenes Beispiel für jene unterhaltende Funkdramatik, die im Hörspielprogramm seit jeher ihren Platz hat. - In áhnlicher Weise liefien sich für jede der zehn aufgenommenen Arbeiten - und somit für die Auswahl insgesamt - viele gute Gründe anführen, ohne dafi damit der Wunsch nach weiteren Werken, die Frage nach anderen Schriftstellern, die als Funkautoren hervorgetreten sind, abzutun wáre. Auswahl bedeutet Hervorhebung, aber auch Verzicht.