Bővebb ismertető
Seit mehr als einem Jahrzehnt veranstalten die Staatlichen Schlösser und Gärten Potsdam-Sanssouci Ausstellungen, die der Topographie Potsdams und seiner Umgebung gewidmet sind. Die reichen Bestände der Gemälde- und die der Aquarellsammlung von Sanssouci ermöglichen eine nahezu lückenlose Darstellung der Stadt und der sie umgebenden Landschaft vom 18. bis zum 20. Jahrhundert. Künstler wie G. W. v. Knobeisdorff, J. F. Meyer, W. Schirmer, K. F. Schinkel, W. Barth und nicht zuletzt L. Corinth sollen hier stellvertretend für viele genannt werden, in deren Werken sich eine fast dreihundert]ährige architektonische und gartenkünstlerische Entwicklung Potsdams widerspiegelt.
Neben Malerei und Graphik als den traditionellen künstlerischen Bereichen der Vedute bemächtigte sich seit dem beginnenden 19. Jahrhundert auch das Porzellan der topographischen Ansicht. Einige meist etwas unbeholfen wirkende Versuche, nach bekannten Kupferstichen Bauwerke oder Anlagen auf Porzellan abzubilden, gab es zwar schon seit der Mitte des 18. Jahrhunderts, doch blieben das Einzelbeispiele. Es dominierten das große Service — nicht selten mit Blumen oder Ideallandschaften bemalt — und das figürliche Porzellan.
Mit dem 19. Jahrhundert, vor allem nach den Befreiungskriegen, nahm jedoch das Interesse an der Vedute sprunghaft zu, und sie eroberte mit dem Porzellan ein neues Genre, das eigentlich selbst schon künstlerischer Gegenstand ist. Als fest gerahmtes Bild oder umlaufendes Panorama schmückten nun Straßen und Plätze, Kirchen und Schlösser, Gartenanlagen und Erinnerungsstätten, ja selbst ganze Landschaften Vasen, Teller, Tassen, Tischplatten, Dosen und auch Ostereier. Es waren vorrangig Ziergegenstände, repräsentative Dekoration und Bildträger zugleich, die nun in keinem Schloß und in keiner bürgerlichen Wohnung fehlen durften.
Die architektonischen und landschaftlichen Schönheiten der Residenzstädte Berlin und Potsdam gehören zu den bevorzugtesten Darstellungen jener Zeit. Als beliebte Geschenke gelangten besonders die großen Prunkstücke, aber auch die kleinen Gegenstände in die Residenzen vieler deutscher Territorialstaaten und zu den Fürstenhäusern des Auslands. Die meisten dieser Gegenstände befinden sich in heute öffenthchen Sammlungen. Nur durch das freundliche Entgegenkommen vieler dieser Museen war es möglich, die Ausstellung „Potsdam — Bilder auf Porzellan" zu realisieren.