Bővebb ismertető
VORWORT Das Auftreten von rheumatischen Erkrankungen reicht weit in die Menschheitsgeschichte zurück und dürfte bis in jene Epoche zurück zu verfolgen sein, da der Mensch als aufrecht schreitendes Lebewesen in Erscheinung getreten ist. Aus der Geschichte der Medizin weiB man, daB bereits Hippokrates einen akutén fieberhaften Rheumatismus von einem akutén Gichtanfall unterschied, und daB der römische Arzt Galen den Begriff Rheumatismus kannte und in seinen Schriften lehrte, daB sich Rheumatismus mehr an den Weichteilen und inneren Organen manifestiere, wáhrend eine Arthritis die Gelenke befalle. lm weiteren Zeitverlauf wurden die Erscheinungsbilder der Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises von verschiedenen Árzten und Forschern wie Paracelsus, Baillou (Ballonius), Cullen, Heberden, Bouillaud, Aschoff, Rössle, Klinge immer klarer erkannt, klinisch genauer beschrieben, in zunehmendem MaBe auf pathogenetische Mechanismen zurückgeführt und differentialdiagnostisch schárfer abgegrenzt. Dieser zunehmend klareren Abgrenzung stand eine jahrhundertalte Vorstellung hemmend gegenüber, nach der alle flieBenden und ziehenden Schmerzen am Bewegungsapparat einheitlich als Rheuma oder Rheumatismus aufgefaBt wurden. Erst im Laufe unseres Jahrhunderts begann sich die Ansicht durchzusetzen, daB der Begriff „Rheumatismus" keine Krankheitseinheit darstellt, sondern bestenfalls das Symptom der ziehenden Schmerzen als Sammelbezeichnung für die Erkrankungen des Bewegungsapparates umschreibt. Wenn der Ausdruck, „ich leide an Rheuma" oder ,,ich habe Rheumatismus" im allgemein üblichen Sprachgebrauch wohl noch für pathogenetisch so verschiedene Formen wie chronische Polyarthritis, Arthrose, Myositis oder metabolisch bedingte Gelenkerkrankungen verwendet wird, so wird der Arzt seine Krankheitsbestimmung vom verwaschenen Begriff „Rheumatismus" lösen und seine Diagnose nach einer modernen Klassifikation der Erkrankungen des Bewegungsapparates vornehmen müssen. In dieser Klassifikation wird eine Ordnung nach: 1. Erkrankungen der Gelenke der Extremitáten und des Schulter-Hüftgürtels, 2. Erkrankungen der Wirbelsáule und ihrer Grenzgelenke, 3. Erkrankungen der Weichteile des Bewegungs- und Stützapparates (z. B. Erkrankungen des Unterhautbindegewebes, Erkrankungen der Muskulatur, Erkrankungen der Sehnen, Sehnenscheiden, Bánder und Fascien, Erkrankungen der Schleimbeutel, periphere Neuropathien), 4. Erkrankungen des Knochens und des Knorpels, aufgestellt. Innerhalb der einzelnen Gruppén wird auBerdem definiert, ob es sich z. B. um eine entzündliche Krankheitsform (mit bekannter oder unbekannter Ursache), um eine durch metabolische oder ernáhrungsbedingte Störungen ausgelöste Krankheitsform (z. B. Arthritis urica), oder um eine durch VerschleiB bzw. mechanisch bedingte Fehlbelastung entstandene Krankheitsform (z. B. Arthrose, Spondylose) handelt. ni