Bővebb ismertető
Vorwort zur deutschen Ausgabe
Der Aufforderung des Verlages, die deutsche Bearbeitung des vorliegenden Buches zu übernehmen, bin ich geme nachgekommen. Es handelt sich um die Bearbeitung der 2.Auflage eines in Amerika sehr erfolgreichen Buches.
20 namhafte Fachleute auf den Gebieten der Unfallchirurgie und Notfall Versorgung haben die einzelnen Kapitel mit großem Sachverstand bearbeitet. Die redaktionelle Betreuung wurde von einem 9köpfigen Herausgeberkomitee, der Kommission für Traumatologie des American College of Surgeons, übernommen. Der Kommission ging es darum, gewisse standardisierte Richtlinien für die Primärbehandlung von Unfallverletzten aufzustellen, wobei jedoch, wie auch eingeräumt wird, im individuellen Fall ein anderes Vorgehen gerechtfertigt sein kann.
Einen breiten Raum nimmt die Darstellung der notwendigen Reanimationsmaßnahmen unmittelbar nach dem Unfallgeschehen ein. Weiterhin werden Behandlungsprinzipien bei der Versorgung von Extremitäten und Weichteilverletzungen, bei Schädelverletzungen und bei Verletzimgen der großen Körperhöhlen mitgeteilt.
Das Buch umfaßt, charakteristisch für die amerikanische Fachliteratur, auch die Versorgung von Verbrennungen und elektrothermischen Verletzungen sowie von seltenen Unfallfolgen, wie von Tierbissen und -stichen, sowie auch Verletzungen, welche als Folge von Vergewaltigungen betrachtet werden.
Der behandelnde Arzt erhält auch Aufschluß darüber, welche Maßnahmen vor einer eventuellen Replantation von abgetrennten Extremitätenabschnitten zu treffen sind.
Ausführlich wird die posttraumatische Lungeninsuffizienz abgehandelt. Am Schluß des Buches findet der Leser zwei Titel über rechtsmedizinische Aspekte und über Vorausplanungen für den Fall des Eintritts von Massenkatastrophen.
Das Buch ist mit zahlreichen Strichzeichnungen und Tabellen ausgestattet. Insgesamt imponiert die knappe Textführung. Für den deutschen Unfallchirurgen, der die breite Anwendung der Osteosynthesetechnik nach dem Schweizer AO-Verfahren gewohnt ist, ist die Zurückhaltung der Amerikaner bei der operativen Knochenbruchbehandlung erstaunlich. Die Gründe für die Zurückhaltung werden detailliert dargelegt.
Operationstechniken werden nur im Prinzip beschrieben, das Buch stellt also keine Operationslehre dar. Hauptaugenmerk wird auf die allgemeine und spezielle Beurteilung von Unfallverletzungen, auf die Diagnosestellung und auf die einzuleitenden Primärmaßnahmen gerichtet.
Coburg, April 1978 Rainer F. Lick