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VORWORT
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,35 zweite Kairos=Buch ist dem Protestantismus gewid= met. Das ist kein Zufall. Die Geisteslage und Geistes" Wendung, aus der heraus sich die Kairos=Schriften um Erkennt= nis und Gestaltung bemühen, ist entscheidend bestimmt durch die Tatsache des Protestantismus; und die Kairos=Idee selbst ist geboren aus dem Ringen um eine protestantische Haltung gegenüber den gestalterischen Aufgaben der Zeit. Protestan= tische Haltung heißt aber: Eine Haltung, in der die unbedingte Kritik ihren Ausdruck findet, die vom Ewigen her über jede Gestaltung in der Zeit ergeht. Die Unbedingtheit der reli= giösen Kritik und die Entschlossenheit des gestaltenden Willens in eins zu denken, ist der Sinn des Kairosbegriffes. Er selbst stellt das Problem: Kritik und Gestaltung im Pro= testantismus.
Wir haben seit Jahren in Form der dialektischen Theologie eine radikale religiöse Kultur= und Kirchenkritik. Wir haben gleichzeitig eine Reihe von Bewegungen, die um neue pro= testantische Gestaltung in Kirche und Kultur ringen. Das Verhältnis beider Richtungen, also die Möglichkeit protestan= tischer Gestaltung auf dem Boden radikaler religiöser Kritik ist der Gegenstand dieses Buches. Hat es eine protestantische Gestaltung gegeben, und wie war sie mit der Kritik geeint? Gibt es Ansätze zu einer neuen Gestaltung aus dem Geist des Protestantismus in der Gegenwart? Wie ist das Verhält' nis von Kritik und Gestaltung grundsätzlich zu denken? Und welche Forderungen ergeben sich daraus für die Zukunft? — Das sind die Fragen, die gestellt und von den verschiedensten Seiten her in Angriff genommen werden.
Den systematischen Sinn des Themas sucht der einleitende Aufsatz des Herausgebers zu erfassen. Er gibt zugleich einen