Bővebb ismertető
Anstelle eines VorwortsDas Buch richtet sich an: ausländische Deutschlernende, die schon gut Deutschkönnen, und die in einem Kurs oder allein ihre Deutschkenntnisse erweitern wollen - und an ihre Lehrer.Mit diesem Buch kann man sich auf folgende Prüfungen vorbereiten:Die ,.Sprachprüfung für ausländische Studienbewerber" an den Universitäten,Das ,,Kleine" und das ,,Große Sprachdiplom" beim Goetheinstitut,Die Abschlußprüfungen der Mittelstufen II beim Goetheinstitut und bei den Universitäten, und ähnliche Prüfungen.Das finden Sie in diesem Buch:Texte und Aufgaben dem schriftlichen und mündlichen Teil der Prüfungen entsprechend, die Sie machen wollen.Übungen, bei denen Sie viel sprechen können, so daß Sie sich besser und genauer ausdrücken lernen. Übungen, die das gleiche Thema haben wie das Lesestück am Anfang des Textes.Übungen, vor allem zur Wortschatzerweiterung, bei denen Sie sich nicht mit jedem Satz auf ein neues Thema einstellen müssen.Abwechslung, auch weniger ernst Gemeintes - das Deutschlernen ist ja sowieso schon hart genug. Provokatives, und einiges, das vielleicht zum Widerspruch reizt, so daß Sie auf einmal ganz ungehemmt Deutsch sprechen.Mal Leichteres zur Erholung und Ermunterung, mal Schwierigeres, damit Sie sehen, daß Sie immer noch dazulernen müssen (oder können). Texte, die über Deutschland informieren.Was Sie in diesem Buch nicht finden:In jedem einzelnen Kapitel immer wieder die gleichen Übungen in der gleichen Reihenfolge. Lange, unverständliche Grammatikregeln. Das, was der Ausländer über seine eigene Heimat sowieso schon gelesen hat.Texte, die nur Fachleute verstehen würden, oder die nur an eine bestimmte Lesergruppe gerichtet sind.Kapitel 1_Lesetext 1Traurige Happy-EndsDaß es nur wenige gute deutsche Komödien gibt, ist ein oft beklagter Mangel. ,,Es fehlt uns", meint einer von E.T. A. Hoffmanns Serapionsbrüdern\ ,,am Lustspiel hauptsächlich deshalb, weil es uns an der Lust fehlt, die mit sich selbst spielt, und an dem Sinn dafür." Um mit sich selbst spielen zu können, bedarf es eines sicheren, ausgewogenen Selbstbewußtseins. Daß dies als öffentliche Eigenschaft unter 5 den Deutschen weniger denn anderswo verbreitet ist, hängt mit der Geschichte Deutschlands als einer Nation ohne Zentrum, politische Stabilität und gemeinschaftliche Tradition zusammen. Die Komödie jedoch braucht zu ihrer Wirkung Gemeinsamkeit, vor allem vereinigtes Lachen, das aber ausbleibt, wenn es keinen Konsensus darüber gibt, was eigentlich lächerlich ist.10Natürlich gibt es einige bedeutende deutsche Lustspiele, aber keinen eigentlichen Lustspieldichter von Rang^. Die besten Komödien hierzulande sind eine Art Nebenprodukt von Dramatikern, die vorwiegend ernsteren Themen zugetan sind: Lessings ,,Minna von Barnhelm", Kleists ,,Zerbrochener Krug", Büchners ,,Leonce und Lena", Hauptmanns ,,Biberpelz" oder schließlich Brechts ,,Puntila" sind die 15 kanonischen Beispiele dafür. Und selbst diese Stücke erzeugen nicht schlechterdings nur ausgelassene Lust am Spiel; ihr schwerer Kern wird durch die leichte Schale oft deutlich genug spürbar.Daß die Komödie ein ideales Instrument gesellschaftlicher Kritik sein kann, liegt auf der Hand, aber es fällt auf, daß es den Dichtern nicht um Sozialkritik allein 20 ging. Gerade bei dem Verhältnis, das die deutsche Komödie zu ihren so ganz verschiedenartig zusammengesetzten Leser- und Zuschauerkreisen immer gehabt hat, ist feinste Differenzierung ein bedeutender Gewinn. In seinem Aufsatz über Horváth spricht Helmut Arntzen allgemein von den ,.falschen und traurigen Happy-Ends', die in der Tat für das deutsche Lustspiel besonders charakteristisch 25 sind und die vielleicht so etwas wie die richtigen oder glücklicheren Schlüsse ,,einmahnen".Gekürzt und geändert nach Gerhard Schulz, Frankfurter Allgemeine Zeitung, 25. Februar 1978.1E. T. A. Hoffmann (1776-1822), Die Serapionsbrüder, Novellensammlung.2wie z. B. Aristophanes, Shakespeare, Moliere, Goidoni, Lope de Vega, Oskar Wilde.3Ödön von Horváth (1901-1938), Romane und Dramen, z. B. Geschichten aus dem Wiener Wald.