Bővebb ismertető
EinführungWie konntest du nur so etwas tun? - eine Frage, herausgegriffen aus dem Alltag, so oft gestellt oder gedacht. Im Alltag wollen wir eine unmittelbare Antwort auf diese Frage. Lenken wir die Aufmerksamkeit aber auf die Frage als solche, stoßen wir auf Voraussetzungen, die psychologisches Forschen herausfordern. Die Frage Wie konntest du nur so etwas tun? zeigt den Menschen als sprechendes, denkendes, fühlendes und handelndes Wesen. Die in Ihr ausgedrückte Bestürzung, vielleicht auch Empörung zeugen davon, daß eine Erwartung, die sich in einer zwischenmenschlichen Beziehung verfestigt hatte, nun eine Enttäuschung erfährt; eine nicht zum gewohnten Bild passende Unstimmigkeit wird als störend empfunden: Wie konntest gerade du so handeln? Die Psychologie untersucht solche Zusammenhänge zwischen Vorstellungen und Gefühlen, fragt nach den zwischenmenschlichen Bedingungen, die sie konstituieren, aber auch stören können.Diese Frage verweist aber auch auf etwas Allgemeineres, das über die Beziehung zwischen zwei Menschen, die sich nicht gleichgültig sind, hinausgeht: In dem nur so etwas bewertet sie eine Handlung, nimmt nicht einfach hin, sondern urteilt und setzt damit Wertvorstellungen voraus, die nicht nur dem eigenen Empfinden angehören, sondern sich in Vernunftgründe einbinden, die eine allgemeinere Gültigkeit beanspruchen. Woher sie diese bindende Kraft gewinnen, wie Menschen dazu kommen, sich diese anzueignen, und was sie dazu bringt, davon abzuweichen - wiederum Fragen der Psychologie. Bedenkt man, daß jeder diese Frage auch sich selbst stellen kann, sich selbst also zum Gegenstand des Verwunderns und Nachdenkens machen kann, eröffnet sich eine Richtung des Fragens, die mehr ins Innere des Menschen weist, Selbstbeurteilung und Selbstkontrolle anspricht und neue, psychologisch zu klärende Probleme aufwirft.So erkennen wir die Umrisse einer Wissenschaft, die sich mit dem Nächsten beschäftigt, mit uns und den Beziehungen zu unseren Mitmenschen, und die dieses Nahe zugleich in den Abstand der wissenschaftlichen Be-trachtung rückt, eine spannungsvolle und dynamische Beziehung, die nicht nur dieser Wissenschaft, sondern auch uns selbst eigen ist: Der Mensch erweist sich als ein komplexes, offenes, wenn nicht gar widersprüchliches Wesen, das sich nicht ein für allemal in Begriffen festlegen läßt.Dennoch unternimmt es die Psychologie, ein Netz von Begriffen und Theorien zu entwickeln, das den Menschen für unseren Verstand einzu-fangen versucht. Dieses Netz ist aber nicht der Mensch selbst, sondern nur ein Bemühen um Ihn, das sich je nach Sachlage leiten läßt von der Sorge um sein Wohlbefinden, aber auch vom Interesse nach Berechenbarkeit und Vorhersagbarkeit des Verhaltens - damit einem Bedürfnis nach Sicherheit folgend - oder der Absicht der Einflußnahme, um eine Verhaltensoder Einstellungsänderung zu erzielen.Als eine solche selbständige Wissenschaft ist die Psychologie relativ jung. Die Frage nach der Seele reicht aber weit zurück. Schon in der Antike spannte sich ein Bogen zwischen dem Erkenne dich selbst! und der Frage Was ist der Mensch? und rief Antworten hervor, die zum charakteristischen Kennzeichen der jeweiligen Zelt wurden. Heute sind bestimmte Erscheinungen der Psychologie zur Mode geworden. In der Zeltung begegnet man ihr auf jeder Seite, Berichte über Verbrechen, Drogenmißbrauch, Erziehungs- oder Partnerprobleme, kulturelle, auch politische Ereignisse bemühen oft psychologische Theorien, hier wie in sogenannten Persönlichkeitstests tauchen oft psychologische Begriffe auf, deren eigentlicher Sinn kaum bekannt ist. Solche Popularisierungen der Psychologie, denen wir auch in der Werbung, in Trivialromanen oder in Filmen begegnen, bergen die Gefahr der Oberflächlichkeit - Begriffe stumpfen ab, Zusammenhänge gehen verloren, unreflektierte Meinungen werden weitergereicht, und es bilden sich eher Vorurteile. Um so notwendiger ist der Erwerb eines umfang- und beziehungsreichen Wissens, das eine reflektierte Auseinandersetzung mit den verschiedenen Ansätzen der Psychologie erlaubt.Das ist nicht einfach, denn die Psychologie ist7