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EINLEITUNG1. DIE BEDEUTUNG UND TRAGWEITE DES PROBLEMSWo nach dem Wesen des Wollens gefragt wird, ist eine Frage gestellt, die mitten in die menschliche Existenz und ihre Problematik hineinführt. Denn das Phänomen des Wollens die Tatsache des Wollenkönnens überhaupt bildet ein entsdieidendes Kernstück im Ganzen des menschlichen Daseins. Deshalb ist die Frage nadi dem Wesen des Wollens eine Grund-und Schlüsselfrage im Hinblick auf das Sein des Menschen; und darum hat die Erkenntnis des Wollens eine fundamentale theoretische Bedeutung für das Wissen vom Menschen schlechthin.Aber ebenso wichtig ja, für das konkrete Leben unmittelbar drängender ist die Frage in praktischer Hinsicht: dem Menscäien ist je und je an der eigenen Wollensfähigkeit, an der Tüchtigkeit und Krafl, am erfolgreichen Einsatz und der entsprechenden Ausbildung seines Wollens gelegen. Bei diesem Anliegen aber verspriciit er sich von einem vertieften Wissen um dessen Wesen Weisung und Rat.Diese große sowohl theoretische wie praktische Relevanz des Willensproblems könnte zu der Meinung führen und die Ansicht unterstützen, daß der Wille den eigentlichen Grund und Kern der menschliciien Existenz darstelle, ja daß er gar wie es etwa Schopenhauer und, vor ihm, schon Schelling wollte das elgentllciie Wesen des Seins im ganzen sei. Allein, die Untersuchung kritisdi gegen sich selber kann nicht mit einem solchen Anspruch, sondern muß sehr viel bescheidener einsetzen. Audi wenn das Wollen als ein wesentlicher Faktor in der Realität des menscJi-llchen Daseins erkannt und als solcher Faktor zum Thema gemacht wird, so ist damit noch keine absolute Aussage über seine eigentliche Bedeutung gemacht. Denn sowohl die Frage nach seiner tatsächlichen Macht und seiner wirklichen Stellung Im Rahmen des menschlichen Daseins, wie erst recht diejenige nach seiner letzten Tragwelte Im Sein überhaupt, Ist damit Immer noch offen. Es könnte sein, daß der Wille In der Alltäglichkeit unseres Daseins und in der Sicht unseres geläufigen Selbsterlebens eine Bedeutung beansprucht, die Ihm im Llciit einer übergreifenden Betrachtung und vom ontologischen Standort aus nicht zugemessen werden darf. Dennoch muß gerade die zunächst erlebte Bedeutung erhellt werden; denn sie spiegelt zum mindesten eine subjektiv-psychische Realität. Doch muß dann der Sinn dieser Thematik sowohl Ihre Grenze wie Ihre Tragwelte klar sein. Wir müssen bereits eingangs festhalten: