Bővebb ismertető
Vorwort zum 7. Tausend.Die neue Auflage erscheint unverändert, womit nicht gesagt sein soll, daß das Buch nicht weiterer Ergänzungen, Verbesserungen und Nachträge bedürfte. Insbesondere könnten die etwas knappen Typenbeschreibungen noch wesentlich ergänzt werden. Auch wäre eine Berücksichtigung der seit dem ersten Erscheinen dieses Werkes einsetzenden typolo-gischen Arbeiten der Psychologen wünschenswert. Der gegenwärtige Umfang des Buches ist aber schon dermaßen groß, daß er ohne dringende Notwendigkeit nicht vermehrt werden sollte. Überdies hat es wenig praktischen Zweck, die typo-logische Problematik noch mehr zu komplizieren, solange noch nicht einmal deren Elemente wirklich verstanden werden. Die Kritik begeht nämlich häufig den Irrtum, anzunehmen, die TjT)en seien sozusagen frei erdacht und würden dem Erfahrungsmaterial gewissermaßen aufgedrängt. Ich muß dieser Annahme gegenüber betonen, daß meine Typologie das Resultat vieljähriger praktischer Erfahrung ist, einer Erfahrung allerdings, welche dem akademischen Psychologen völlig verschlossen ist. Ich bin in erster Linie Arzt und praktischer Psychotherapeut, und alle meine psychologischen Formulierungen gehen aus den Erfahrungen einer täglichen schweren Berufsarbeit hervor. Was ich daher in diesem Buche sage, ist sozusagen Satz für Satz hundertfach in der praktischen Krankenbehandlung erprobt und ursprünglich auch aus dieser hervorgegangen. Diese ärztlichen Erfahrungen sind natürlich nur dem zugänglich und verständlich, der sich berufsmäßig mit der Behandlung seelischer Verwicklungen beschäftigen muß. E ist daher dem Laien nicht zu verdenken, wenn ihn gewisse Feststellungen fremdartig anmuten oder wenn er gar denkt, meine Typologie sei das Produkt einer idyllisch ungestörten Studierstube. Ich bezweifle aber, ob solche Ahnungs-losigkeit zu kompetenter Kritik befähigt.C. G. JUNG.Küsnacht/Zürich, September 1937.