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PROLOG
Während der gesamten Antike galt die Purpurfarbe als ebenso wertvoll wie Perlen, Silber und Gold. Die Seltenheit der Murex-Schnecken und die enormen Mengen ihres Sekrets, das man zur Herstellung des Farbstoffes benötigte, machten ihn außerordentlich kostbar. Aus zehntausend Schnecken gewann man ein Gramm Farbstoff. Das Wissen über die Herstellungsmethoden war geheim und wurde vom Vater an den Sohn vererbt.
Als Alexander der Große 331 v. Chr. Persien eroberte, fand er in den königlichen Schatzkammern fünfundzwanzig Kilogramm Purpursekret von Murex-Schnecken. Es lagerte dort schon seit zweihundert Jahren, hatte aber seine ursprüngliche Frische und Farbkraft bewahrt. Für Alexander war dieser Fund der größte aller Schätze.
Als Sultan Mehmet II. im Jahre 1453 Konstantinopel eroberte und den Halbmond auf die Kuppel der Sophienkirche setzte, markierte dies nicht nur den Zusammenbruch des Byzantinischen Reiches. Es bedeutete auch das Ende der jahrtausendelangen Verwendung von Purpur.
Während der Schlacht setzten die Soldaten Kaiser Konstantins die Pur pur Werkstätten in Brand und schnitten den Färbern die Zungen heraus, um zu verhindern, dass ihr Wissen in die Hände der Feinde gelangte.
So versank nach Sultan Mehmets Eroberung die Kunst der Purpurgewinnung.