Bővebb ismertető
Ich bin zwar auf dem Land geboren und aufgewachsen, hatte aber lange vom eigentlichen Dorf leben nicht mehr Ahnung als ein Stadtkind. Die Bauern und ihre Gedankenwelt kannte ich nur vom Hörensagen, denn ich wurde auf einer Pußta geboren, auf der ich bis zu meinen Flegeljahren lebte.
Das Wort Pußta bedeutet im Ungarischen nicht nur romantisch freie, endlose Steppe und weites Weideland, das unter den Hufen der von Alexander Petőfi besungenen Pferdeherden erdröhnt. In Westungarn kann es diese Bedeutung gar nicht haben, denn hier gibt es keine Steppen. Mit dem Wort Pußta bezeichnet man hier eine Ansammlung von Gesindewohnungen, Ställen, Scheunen und Getreidespeichern mitten auf einem Großgut. Die Pußta kann fast so groß sein wie ein Dorf, ist aber dennoch keines. Sie ist auch kein Hof, denn auf einem Hof leben höchstens zwei oder drei Familien, auf einer Pußta dagegen hundert oder zweihundert. Auf den Pußten Westungarns gibt es gewöhnlich eine Schule und eine Kirche oder zumindest eine Kapelle, die oft an einen Flügel des Schlosses angebaut ist. Das Schloß liegt meist inmitten eines großen, herrlichen Parks mit Tennisplatz und künstlichem Teich, Obstgarten und fürstlichen Alleen. Schloß und Park sind stets von einem prächtigen, ziemlich hohen schmiedeeisernen Gitter umgeben und häufig auch von einem aus Pietät belassenen tümpelartigen Burggraben. Der imposanteste Bau nach dem Schloß ist der Ochsenstall, manchmal wirkt er sogar imposanter als das Herrenhaus. Dann folgt das Haus des Verwalters, das aus irgendwelchen traditionellen Gründen gewöhnlich von Zypressen und Tannen umringt wird. Etwas einfacher ist das Haus des Inspektors, noch um einen Grad bescheidener jenes des Obermaschinisten. Alle diese Gebäude stehen meist frei. Vollends unansehnlich sind die Wohnungen des Gesindes (nicht der Häusler, unter denen man arbeitsunfähige Tagelöhner versteht, die ins nächste Dorf verdrängt wurden). Das Gesinde lebt, ähnlich den Proletariern in den Mietskasernen der Großstadtperipherien, unter einem gemein-