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Die Pyramiden zählen neben der Sphinx, die ja ein Teil des sepulkralen Bezirks der Chephren-Pyramide ist, zu den charakteristischen Denkmälern des Alten Ägypten. Sie waren in der Zeit des Alten Reiches der klassische Typ des Grabbaus der Könige. Weniger monumental, doch unter Beibehaltung der pyramidalen Form, dienten sie auch den Herrschern des Mittleren Reiches als Grabmal. Bevor sich jedoch die Pyramide als Typ der Grabstätte herausbildete, sind die Leichname der ägyptischen Könige in Mastabas der ältesten Form der Sepulkralbau-ten bestattet worden. Der Name Mastaba entstand erst in arabischer Zeit. Die Form dieser Bauten von trapezförmigem Querschnitt erinnerte die Araber an lange Bänke (arabisch: mastaba).Es ist dies nicht der einzige Fall, daß heute gebräuchliche Bezeichnungen für typische Denkmäler der altägyptischen Kultur nicht aus der ägyptischen Sprache stammen, sondern aus dem Sprachschatz der Völker, die sich vorübergehend auf dem Gebiet Ägyptens aufgehalten oder in späterer Zeit mit diesem Land Beziehungen gepflegt haben. Aus der griechischen Sprache wurde beispielsweise der Begriff Obelisk übernommen, weil dieses Monument die Griechen an die Form eines Spießes erinnerte (ößeUaKoi). Einen allgemeinen Terminus für die Pyramide in der heutigen Bedeutung des Wortes hatten die Ägypter nicht. Die Bezeichnungen dafür verbanden sich'mit den Namen jener Herrscher, deren Eigentum sie darstellten. Das Schriftbild der Königstitulatur wies nach dem Determinativ das hieroglyphische Zeichen ^ auf, in der Transkription m\ d.h. Königsgrab". Die P5rramide des Cheops z.B. hieß in der Umschreibung der alten Ägypter: Horus wohnt am Horizont", die des Chephren Groß ist Chephren" und die des Mykerinos GöttUch ist Mykerinos". Es mag sein, daß das aus dem Griechischen stammende Wort Pyramide auf den ägyptischen Begriff pr m ivs zurückgeht, die Bezeichnung für die Pyramidenhöhe.Die ältesten Königsgräber aus der Zeit der L Dynastie waren aus luftgetrockneten Ziegeln in Mastabaform erbaut worden, und zwar in den Orten Negade und Abydos in Oberägypten sowie in Sakkara, der wichtigsten Nekropole von Memphis, der Hauptstadt der I. Dynastie. Über der Erde befanden sich die Kapellen und Räumlichkeiten für Grabbeigaben, unter der Erde lagen die eigentlichen Grabkammern. Besondere Beachtung verdienen die Reste zweier königlicher Mastabas in Negade und in Sakkara, weil sie einen besonderen Typ der Fassadengestaltung repräsentieren. Der in Negade von dem französischen Gelehrten Jacques de Morgan entdeckte Grabbau aus der I. Dynastie zeiclinet sich durch Innenwände aus, die reich mit Vorsprüngen profiliert sind und an die Fassade eines Königspalastes erinnern. Dagegen hatte die Mastaba des Adjib in Sakkara, ebenfalls aus der I. Dynastie, auch als Mastaba des Nebetka, eines könighchen Würdenträgers, bezeichnet, erstmals auf drei Seiten eine stufenförmige Ausbildung, die vierte Seite war senkrecht abgeschlossen. In späterer Zeit wurde diese Mastaba bedeutend erweitert und ihre äußere Mauer mit Vorsprüngen versehen, ähnlich wie bei der Mastaba von Negade. Heute wird von der Forschung die Meinung vertreten, daß solche Mastabas wie die des Nebetka den Prototyp darstellen und Imhotep, den Baumeister der berühmten Stufenpyramide des Djoser, des zweiten Herrschers der 3. Dynastie, inspirierten.