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Actum in villa, quae dicitur Quitilingaburg, sourkundete König Heinrich I. am 22. April 922 inseiner Lieblingspfalz Quedlinburg auf einemsteilen, von der Bode umflossenen Sandsteinfel-sen am Nordrand des Harzes. Unweit davon, amFinkenherd, soll er, wenn man einer im 12. Jahrhun-dert erstmalig auftauchenden Darstellung glauben will, einst beimVogelfang die Königskrone erhalten haben. Sicher verbürgt istlediglich seine Wahl in Fritzlar im Mai 919. Der Krönungsort istunbekannt. Sein Vorgänger Konrad hatte auf seinem Sterbebett imDezember 918 den mächtigen sächsischen Stammesherzog zuseinem Nachfolger designiert. Heinrich gelang, was seinem Vor-gänger in dessen kurzer Regierungszeit nicht vergönnt war, näm-lich die Einigung im Inneren und die Stabilisierung nach außen.Damit wurde er zum Begründer des ersten deutschen Staates. Anseiner Grabstätte auf dem Schloßberg begegnen wir den Wurzelnunserer Geschichte.Bereits Heinrichs Vorfahren hatten vermutlich durch Güter-tausch mit den vorher hier ansässigen Billungern, einem 811 inGroß Orden bei Quedlinburg erwähnten altsächsischen Adels-geschlecht, Besitzungen in dieser Gegend erworben. Dazu gehör-ten der Schloßberg und der südwestlich im Tal gelegene KönigshofWiperti. Für den König und seine Nachfolger, die Ottonen, bildetedas Gebiet um den Harz einen Schwerpunkt ihres Herrschaftsbe-reichs. Davon zeugt die Vielzahl der bedeutenden romanischenKirchen, der Klöster und Stiftsgründungen, der Pfalzen und könig-lichen Jagdhöfe.Diese Pfalzen waren für die reisenden Kaiser des Mittelalters, dienoch keine feste Residenz kannten, wichtige Stützpunkte. Siegarantierten mit den dazugehörenden Wirtschaftseinrichtungendie Unterbringung, Versorgung und Ausrüstung des Herrschersund seines großen Gefolges. Hier wurde Politik gemacht und Rechtgesprochen. Hier fanden Reichstage und kirchliche Synoden eben-so wie Feste und Familienfeiern des Königshauses statt. Einezentrale Stellung unter diesen Pfalzen nahm Quedlinburg ein.Während des neunjährigen Waffenstillstands mit den Magyarenließ Heinrich I. die Anlage, die bereits um 500 Sitz eines thüringi-