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Vorwort
Vielen Lesern dieser Meisterbiographie wird das Urteil auf die Zunge kommen: sie lese sich wie ein Roman. Damit werden sie sowohl das Spannende der schicksalsvoll sich ineinander fügenden Ereignisse bezeichnen wollen wie die ungemeine Lebendigkeit der Menschendarstellung. Ohne hier auf die, meines Wissens noch ungeschriebene, vergleichende Ästhetik von Roman und Biographie eingehen zu wollen, sei nur gesagt: in der Biographie treten die Ereignisse und Gestalten nicht, wie im Roman (insbesondere auch im historischen und biographischen Roman), aus der Wirklichkeitssphäre in die Schöpfersphäre des Darstellers herüber, sondern der Darsteller weist immer nur, aus unverrückbarer Distanz, auf sie in ihrer Wirklichkeit hin. Er bleibt sozusagen auf der Seite der Zuschauer und Zuhörer stehen, hält sich für Frage und Antwort bereit, und selbst da, wo er sich mit tiefer Einfühlungskraft in die Psychologie der von ihm gedeuteten Gestalten versetzt, bleibt er immer der Vermittelnde ZU einem Außerhalb.
In der besonderen Art und Kraft dieses Hinweisens wird sich des Vermittlers eigene Stellung zur Welt ausdrücken. Was ein Mann, der mit befreitem, umfassendem Blick auf das Wunder des Daseins schaut, über die Erscheinungen der Realität ZU sagen hat, wird anders klingen als die Äußerungen eines nicht zu solchem Bewußtsein Befähigten. Ohne sonderliches Philosophieren und Bereden auf eigene Rechnung wird sich die Geistigkeit eines solchen V-e.rmittlers geheimnisvollerweise in jedem Tonfall, jeder Wortfügung oflFenbaren; er wird seine Aussagen über die darzustellenden Ereignisse