Bővebb ismertető
In der zweiten Hálfte des XV. Jahrhunderts warfen verschiedene Ereignisse ihre Schatten voraus, die schlieBlich Frankreich zu jenem máchtigen Staat erhoben, der seitdem öfters Gegenstand der Eífersucht anderer europáischer Nationen gewesen ist. Die Fürsten, die gewaltige Kronlehen besaBen, insbesondere die Herzöge von Burgund und der Bretagne, nahmen ihre Lehenstreue nicht besonders ernst, so daB sie keine Bedenken trugen, unter dem geringfügigsten Vorwand gegen ihren Lehensherren, den König von Frankreich, zu Felde zu ziehen. Es herrschte eine maBlose Verschwendung an den Höfen des niederen Adels ebenso wie an denen der Fürsten; ihre Untergebenen folgten ihrem Beispiel, indem sie den vom Volk erpreBten Reichtum in rohem, aber glánzendem Gepránge vergeudeten. Zu dieser Zeit bestieg Ludwig der Elfte den wankenden Thron, ein Fürst, dessen Charakter, wie übel er auch an sich war, doch die verheerenden Zustánde seiner Zeit aufgriff, sie bekámpfte und bis zu einem gewissen Grade aufhob. Sorgfáltig verhüllte er seine wahre Gesinnung und Absicht vor allén Menschen, die in seine Náhe kamen. Von Natúr aus war er rachsüchtig und grausam, ja er fand geradezu Vergnügen an den háufigen Hinrichtungen, die er verhing. Trotz seines unaufrichtigen Wesens entsprangen die gröBten Irrtümer seines Lebens einem übereilten Vertrauen in die Ehrenhaftigkeit der anderen Menschen. Er war auBerdem sehr abergláubisch und zeigte einen auffallenden Hang zu niederen Vergnügen; er liebte geradezu das Leben in den untersten Schichten der Gesellschaft. Zweifel und Gefahr umringten den König von Frankreich; insbesondere zu beachten galt die zunehmende Macht des Herzogs von Burgund, Kari dem Kühnen, damals einer def gröBten Fürsten Europas, der vor Begierde brannte, die Königskrone zu erwerben.