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Erst gegen Mittag erhob Petronius sich vom Lager; wie meist fühlte er sich noch sehr matt. Am Abend zuvor war er bei einem Gastmahl Neros gewesen, das sich bis tief in die Nacht hingezogen hatte. Seit längerer Zeit war sein Befinden nicht das beste; er klagte, jeden Morgen beim Erwachen wie gelähmt und kaum fähig zu sein, seine Gedanken zu sammeln. Aber das Morgenbad und das sorgsame Kneten seines Körpers durch besonders ausgebildete Sklaven brachten sein Blut in schnelleren Lauf. Verjüngt und neubelebt ging er dann aus dem Oleothecium, der letzten Abteilung des Bades, hervor. Wie neugeboren stand er danach da, das Auge sprühend von Geist, der Körper ein Bild blühenden Lebens, so daß selbst Otho sich nicht mit ihm vergleichen durfte; so verdiente er in Wahrheit seinen Ehrentitel: Arbiter elegantiarum, Schiedsrichter in Sachen des feinen Geschmackes.
Petronius pflegte öffentliche Bäder nur selten zu besuchen, höchstens dann, wenn etwa ein berühmter Rhetor dort auftrat oder wenn bei Gelegenheit einer Mündigkeitserklärung jim-ger Römer ungewöhnlich spannende Wettkämpfe zu erwarten waren. Er besaß in seiner Villa eigene Bäder, die Celer, der