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drei deutsche WissenschaftlerDie breiten, vornehmen Straßen von Berlin-Dahlemlagen im Schein der Nachmittagssonne. Die prächtigenVillen hinter gepflegten Gärten schienen träge zublinzeln. Doch hier gab es auch Häuser, in denen an-gestrengt gearbeitet wurde. Im Kaiser-Wilhelm-Institutfür Chemie waren im Zimmer des Direktors seit einerStunde drei Menschen beisammen. Professor Hahn,ein großer, blonder, sechsundfünfzigjähriger Herr, saßhinter seinem Schreibtisch, klopfte von Zeit zu Zeit mitseinem Drehbleistift auf die blanke Tischplatte. Ersprach von langen Pausen unterbrochene Sätze. SeinAssistent Straßmann notierte etwas, sah dann wiederauf, um eine kurze Bemerkung zu machen.Am Fenster stand eine kleine, schlanke Frau. Ihrschwarzes, glatt gescheiteltes Haar begann schon aneinigen Stellen zu ergrauen. In der Hand hielt sie eineZeitschrift. Diese Frau war Professor Lise Meitner vonder physikalischen Abteilung des Instituts. Also könnenwir anfangen", sagte sie langsam. Hahn spielte immernoch mit dem Bleistift. Gut. Wann?" Er wandte sich anseinen Assistenten. Ich könnte den ersten Versuchmorgen schon vorbereiten", antwortete Straßmann.Seine Worte klangen sicher. Damit war wohl allesklar. Lise Meitner ging mit raschen Schritten hinaus.Es war nie ihre Art, viel Zeit zu verlieren, nachdemeine Sache besprochen war. Auch Straßmann ging. Ermußte sich beeilen, wenn er Wort halten wollte.Als Hahn allein war, zog er die Zeitung wieder ausdem Schreibtischfach. Kopfschüttelnd betrachtete ererneut die Schlagzeile: Raus mit den Juden ausDeutschland!" Lebte man im Mittelalter, in der Zeit desHexenglaubens, oder mitten im Jahre Neunzehnhun- 9