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ERSTER TEIL DAS STRAHLENDE
Ein Augenblick an drei Orten
DER 14. FEBRUAR 1896 um elf Uhr vormittags. In Richmond, dem Tivoli Londons, hing die Luft voll vorschneller Frühlingsvirärme.
Die Villenkolonie auf der Terrasse neben Karls des Ersten königlichem Park stand wie gewaschen im Licht. Hier lag in ihrem Haus die Witwe des Obersten Purvis in den Wehen. Sie hatte eine Schwägerin und die Wirtschafterin bei sich. Der alte Hausarzt hielt sie an den Händen. In dem überheizten Zimmer mit den Chippendale-Möbeln klebte der Zweiundvierzigjährigen das blonde Haar an der schweißigen Stirn. Ihr Blick sah diurch die weiße Stuckdecke den Obersten in Afrika, den die Aschanti hinter Kumasi erschlagen hatten. Sie Scih ihren Sohn George, der nun siebzehnjährig im Gymnasiimi saß. Aber ihr Gefühl stellte zwischen dem Gedanken an die Kinder, mit denen sie allein weiterleben wollte, und dem heiteren Schein, der über die Schneefluren Surreys durch die Fenster kam, eine Verbindung her, die sie mit tröstlicher Erwartung für die Zukimft erfüllte. Auch hatte ihr der Oberst, dessen Todesnachricht vor wenigen Tagen gekommen war, in Konsols, Kolonialpapieren tind Liegenschaften ein zum Teil selbst ererbtes, beträchtliches Vermögen hinterlassen . . .
Die Gebärende konnte vor Anstrengung nichts mehr denken, dann plumpste es tierisch zwischen ihre Beine. Ein Knabe, sagte der Arzt, während die Wöchnerin in namenloser Erleichterung zurücksank. Diese Bemerkung und das singende Getue der anwesenden Frauen milderten den Vorgang, der ein erhabenes Grauen weckte, ins Familiäre.