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Leben und Werk Raffaels Die Anfánge: Urbino und Umbrien Raffael Sanzic wurde am 6. April 1483 in Urbino geboren. Zu dieser Zeit war der kunstliebende Herzog Federico II. von Montefeltro bereits seit einem lahr tot; unter seiner Herrschaft hatte sich die kleine Stadt im Hügelland der nördlichen Marken - der Romagna, der Toskana und Umbrien fast gleich nahe - den kulturellen Anregungen Nord- und Mittelitaliens geöffnet und war zu einem der führenden künstlerischen, literarischen und gesellschaftlichen Zentren Italiens aufgeblüht. Doch...
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Leben und Werk Raffaels Die Anfánge: Urbino und Umbrien Raffael Sanzic wurde am 6. April 1483 in Urbino geboren. Zu dieser Zeit war der kunstliebende Herzog Federico II. von Montefeltro bereits seit einem lahr tot; unter seiner Herrschaft hatte sich die kleine Stadt im Hügelland der nördlichen Marken - der Romagna, der Toskana und Umbrien fast gleich nahe - den kulturellen Anregungen Nord- und Mittelitaliens geöffnet und war zu einem der führenden künstlerischen, literarischen und gesellschaftlichen Zentren Italiens aufgeblüht. Doch schcn bald nach dem Tcd des Herzcgs neigte sich Urbinos Glanzzeit, die in der zweiten Hálfte des 15. Jahrhunderts ihren Höhepunkt erreicht hatte, dem Ende zu. Weit máchtigere Stadte wie Venedig und Florenz machten ihr den Rang streitig, und auch das Papsttum festigte seine Oberherrschaft erneut. Formell war das Gebiet von Montefeltro insgesamt zwar immer Teil des Kirchenstaats gewesen, in Wirklichkeit aber in zahlreiche Lehnsgüter zersplittert, die Federico II. zu einigen gewuBt hatte. Er war ein gebcrener Ccndcttiere und stellte seine Söldnerheere in den Dienst aller italienischen Staaten, ein eintragliches Gescháft, mit dem er nicht nur seinen Beutel füllte, sondern auch seinem Herrschaftssitz Urbino grófién wirtschaftlichen Auftrieb gab und ein reges kulturelles und künstlerisches Leben förderte, das diese Stadt durch und durch prágte und dessen Züge sie bis auf den heutigen Tag trágt. Die Künstler der Zeit kamen gerne nach Urbino, denn da war ein Fürst, der weder mit Mitteln noch mit Plánén geizte. Paolo Uccello schuf hier ein Werk von auBerordentlicher erzáhlerischer Frische, das Wunder der geschandeten Hosíie (1465-69), Piero della Francesca mehrere seiner Meisterwerke, wie die Geifielung Christi (1455) und das Doppelportrat des Herzogs und seiner Gattin Battista Sforza (1465). Einer der Künstler, die dem Fürsten bescnders nahe standén, war Jocst von Wassenhove, in Italien als Giusto di Gand bekannt, dessen typisch flámische Art, den Dingen auf den Grund zu gehen, hier von der Leuchtkraft und dem Synthesevermögen Piero della Francescas profitierte; dann Melozzo da Ferii, Brunelleschi, Lucianound Francesco Laurana, der Festungsbauer, Bildhauer und Maler Francesco di Giorgio Martini und Giorgio Schiavone. So bildete sich in Urbino ein vielseitiges und fruchtbares künstlerisches Milieu, von dessen Vitalitát und Eigenart der gewaltige Herzogspalast zeugt, der in jener Zeit entstand, und diese Stadt, die den unterschiedlichsten Strömungen der zeitgenössischen Kunst offenstand und in der sich Einflüsse aus Umbrien, Venedig und Florenz mischten, war der geeignete Náhrboden für einen Künstler von der Vielschichtigkeit und Empfánglichkeit Raffaels. Raffaels Vater, Giovanni Santi, war Maler und als solcher zu seiner Zeit in Urbino geschátzt. In der Kunstgeschichte ist er allerdings eher als Verfasser eines Lobgedichts auf die Maierei seiner Zeit bekannt, das nach dem Tod des Herzogs in einer zu seinem Ruhm geschriebenen Chronik erschien. Giovanni Santis Gemálde weisen vielfáltige Einflüsse auf: Piero della Francesca, Perugino - der in den Marken in den kleineren, dem Herzogtum Montefeltro zugehörigen Stádten Fano und Senigallia tatig gewesen war - und Melozzo da Ferii. In seiner Werkstatt arbeiteten zwei weitere Künstler, Evangélista da Pian di Meleto, ein Maler, dessen Werk noch unerforscht ist, und Timoteo Viti da Urbino, der Raffael - damals noch ein Kind - stark beeindruckt habén muB. Er stammte aus Bologna und kehrte 1495, ein Jahr nach dem Tod Giovanni Santis, in seine Heimatstadt zurück. Seiner Kunst fehlte allerdings jenes feine Gefühl für MaB und Aufbau, das schon Raffaels früheste Versuche, wie das um 1499 gemalte Stadtbanner von Cittá di Castello, kennzeichnet. Der Kunsthistoriker Lcnghi hált diese beidseitig bemalte Tafel - eine Kreuzigung und eine Schutzmantelmadonna, in der übrigens Piero della Francescas Vorbild noch sichtlich nachwirkt - für die erste selbstándige Arbeit des jungen Künstlers. Um die Jahrhundertwende lernte Raffael Pietro Perugino (um 1455-1523) kennen, der Ende des 15. Jahrhunderts schon am Gipfel seiner Künstlerlaufbahn stand und groBen Ruhm genoB; auch Raffaels Vater hatte in der bereits erwáhnten Chronik sein Lob gesungen. Diese Begegnung war für Raffaels Friihwerk ausschlaggebend und hinterlieB in seinem gesamten Schaffen unauslöschliche Spuren. Ein am 10. Dezember 1501 in Auftrag gegebenes Altarbild des Hl. Augustinus - es wurde im lahre 1789 bei einem Erdbeben stark beschádigt, und die erhaltenen Teile befinden sich heute in verschiedenen europáischen und amerikanischen Museen -, das Raffael in Zusammenarbeit

Termékadatok

Cím: Raffael [antikvár]
Szerző: Bruno Santi
Kiadó: Scala Istituto Fotografico Editoriale
Kötés: Fűzött papírkötés
Méret: 210 mm x 280 mm
Bruno Santi művei
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