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1. Kapitel Geburtstag in SibirienDen Osthängen des wilden Uralgebirges, das Europa von Asien scheidet, entspringt ein kleines Flüßchen, die Tura, die nach Südosten strömt, und, nachdem sie die Stadt Tjumen passiert, von dem breiten und reißenden Tobol aufgenommen wird, der auf weitem Wege von Süden kommend und nadi einem einschläfernden Spaziergang durch undurchdringliche Urwälder und Sumpfgebiete bei der Stadt Tobolsk in den Ob fließt.An der Tura, die dort bereits eine ansehnliche Breite gewonnen hat, liegt an der Straße, die von Tjumen nach Tobolsk führt, fern von allen Eisenbahnen und Telephonen der modernen Zeit, das Dörfchen Pokrowskoje, das nur mit Schlitten im langen und kalten Winter, mit Wagen im kurzen heißen Sommer zu erreichen ist, freilich audi mit kleinen Raddampfern, wenn Tobol und Tura eisfrei sind.Einzig die Landstraße und die wetterbenagten Pfosten der Telegraphenlinie verbinden Pokrowskoje mit der Welt; und doch fällt kein Sdiuß in Petersburg, der nicht alsbald auch in Pokrowskoje vernommen würde, denn durch dieses Dorf führt einer der furchtbaren Etappenwege, welche die russischen Sträflinge auf ihrem Todeszuge nach den fernen Bergwerken im Osten Sibiriens Sdiritt für Sdiritt und Qual für Qual gehen müssen; gleidiviel ob sie auf der Landstraße tot zusammenbrechen oder ob ein noch schwärzeres Los sie bis zum Ziel durchsdileppt. Die russischen Sträflinge, mithin audi die politischen, die sich gegen die Herrschaft der Knute auflehnten und die nun, von der allmächtigen Polizei geschnappt, im unwirtlichen Osten darüber nachsinnen sollen, wo der Irrtum in ihren Absichten lag Denn die Zeiten waren unruhig. Im europäischen Rußland schien es geradezu von Verschwörern und politisdi Unzufriedenen, ja von