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Eine goldene Vase oder ein TrinkbeCher, eine Bronzeflgur oder ein StückchenWandgemalde sind für den Archaologen wertvoller ais der Inhalt von Legenden. Und doch habén Sagen und Legenden manchmal Wlssenschaftler auf langst vergessene Stadte oder Kulturen hingewiesen. Die Geschichten des Trojanischen Krieges und von König Minős mit dem Minotaurus führten zur Entdeckung von Trója und von Knossos, habén aber weitere Fragen aufgeworfen: Stecken hinter den Legenden des Altertums noch andere Kulturen? Wird Platós Atlantis elnmal wlederentdeckt werden? Sind die Archaologen und andere Wissenschaftler in der Lage, so vtele Einzelstücke eines groBen Ratsels der Vergangenheit zu einem Gesamtbild zusammenzusetzen? Eines Morgens sahen die belagerten Einwohner Trojas vön ihren Stadtwállen, daB ihre Angreifer das Feld geraumt hatte. Stattdessen entdeckten sie vor der Stadt die Figur eines riesigen Holzpferdes. Das Pferd war den Trojanern ein heiliges Tler. Daher holtén sie das vermeintlich von ihren griechischen Feinden angebotene Geschenk" im Triumphzug in die Stadt. Die Trojaner wuBten nicht, daB sich im Bauch des Tieres griechlsche Krieger verborgen hatten. Diese kamen in der folgenden Nacht heraus, öffneten von innen die Stadttore und lieBen die griechlsche Armee ein. Damit war der Untergang Trojas besiegelt. Eine alte griechische Heldensage erzahlt, daB diese berühmte List eine zehnjahrige Belagerung Trojas beendete und damit einen Kampf, der begann, als der trojanische Prinz Paris Helena entführte, die schöne Frau des Königs Menelaos von Sparta. Unter der Anführerschaft seines Bruders, des Königs Agamemnon von Mykenae, zogen Menelaos und viele andere Griechen aus, um Trója zu schlagen. Diese klasslsche Sage wurde für viele Dichter und Dramatiker von der Antiké bis heute StofT für zahlrelche Werke. Die erste schriftliche Überlieferung beflndet sich in der Ilias" des Griechen Homer, der lm 8. Jahrhundert v. Chr. lebte. Darin beschreibt er ausführlich und lebendig einen Ausschnitt aus dem Kampf der Griechen. In der Odyssee" erzahlt Homer von den Abenteuern, die der griechlsche Krieger Odysseus wáhrend selner Heimkehr von Trója erlebt hat. Homer folgten dann spater fast alle Dramatiker des klassischen Griechenlands, wie Sophokles und Eurlpides, die den altén Stoff neu behandelten. Die Geschichte des trojanischen Llebespaares Trollus und Cresslda wurde durch Chaucer und Shakespeare unsteiblich. SchlleBlich hat Jean Glraudoux diesen Krleg in selnem Schausplel Der Trojanische Krieg flndet nicht statt" als modemes Theaterstück verarbeitet. Die Völker der Altén Welt nahmen die Geschichte vom Trojanischen Krieg als eine Tatsache hln. Alexander der GroBe glaubte, daB einer der griechischen Helden der Ilias", Achilles, sein Vorfahre gewesen sei. Nach dem Mittelalter wurde die Geschichte jedoch als ein Mythos abgetan. Viele Wlssenschaftler melnten, sie erwecke durch die Beteillgung der Götter am Kampf der Menschen untereinander den Eindruck eines Marchens, und es gabe in den Texten auch viele Ungenauigkeiten. Wenn wirklich eine Trója genannte Stadt existiert habe, dann sei sie selt langem verschwunden. AuBerdem hatte man zu der Zeit kelne Beweise dafür, daB vor 1200 v. Chr. tatsachlich eine griechlsche Kultur existiert hat, alsó zu der Zeit, In der vermutlich der Trojanische Krleg stattfand. Man kann sich das abschatzige Lacheln der Fachwelt vorstellen, als im Jahre 1863 ein reicher deutscher Geschaftsmann ohne archaologische Erfahrung mit der Ilias" in der Hand in die Ágais fuhr, um Gegénüber: Der Italleriische Máler Tlepolo steilt den Einzug des Trojanischen Pferdes In Trója dar; ein GemSlde aus dem 18. Jahrhundert. Die Sage von dem Fali Trojas nach zehnjahriger Belagerung durch die Armee einer Konföderation griechischer Stadte hat für Generatíonen als Vorlage für Kűnstler, Dichter und Muslker gedlent. Doch bis ins 19. Jahrhundert hlnein glaubten die Wissenschaftler, daB diese Geschichte eine pure Erflndung Homers sei, der sie durch die Ilias" unsterblich gemacht hat.