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II. Die Lehre von den Muskeln. Myologia.A. Allgemeine Myologie. .1. Vorbemerkungen.Alles Protoplasma besitzt die Eigenschaft der Kontraktilität. In dem Muskelgewebe ist diese Eigenschaft zu einem außerordentlich hohen Grade gelangt, in bestimmter Weise entfaltet und nach verwickelten Gesetzen geregelt.Das gesamte aktive Bewegungsmaterial dieser Art, über welches der Organismus verfügt, scheidet sich in drei verschiedene Formen, in die gestreifte, glatte und die Herzmuskulatur (vergl. Abt. I).Die beiden ersten Arten sind im Körper in ausgedehnter Weise verwendet; die gestreifte Muskulatur vor allem zur Bewegung der Skeletstücke, die glatte dagegen vor allem zu Bewegungen auf dem Gebiete des ganzen Eingeweidetraktus.Bewegungen der Skeletstücke gegeneinander sind erforderlich, um den Körper als Ganzes im Räume zu bewegen, und um jene vielfältigen Tätigkeiten auszuüben, welche die oberen Extremitäten zu leisten imstande sind. Durch Muskeltätigkeit bewirkte Erweiterungen und Verengerungen des Rumpfes bedingen die Möglichkeit der Atmung. Muskeltätigkeit spielt eine bedeutsame Rolle bei dem Zustandekommen der Lautsprache, aber auch anderer Formen der Sprache; sie spielt eine bedeutende Rolle in dem Gebrauche der Sinnesorgane. Die Aufnahme und Weiterführung der Nahrung beruht auf Muskeltätigkeit. Der gesamte Säftestrom, welcher im Körper seinen Kreislauf zu erfüllen hat, wird durch Muskeltätigkeit unterhalten. Man muß überhaupt die Bedeutung sich vergegenwärtigen, welche den Bewegungserscheinungen im ganzen Haushalte der Natur zukommt, um die in der Tätigkeit der Muskulatur sich aussprechenden Leistungen würdigen zu lernen.Wenn auch die Flächenausdehnung, in welcher die_ glatte Muskulatur zur Verwendung gelangt ist, hinter derjenigen nicht zurücksteht, welche die Skelet-muskulatur besitzt, so überwiegt letztere doch bedeutend an Masse, entsprechend den beiderseitigen Aufgaben. Das Gewicht der'Skeletmuskulatur eines Erwachsenen beträgt nämlich im Durchschnitt 30 kg, während auf die glatte Muskulatur nur ein kleiner Bruchteil dieses Gewichtes entfällt.Während die glatte Muskulatur, wenn auch geschichtet, doch wesentlich in zusammenhängenden Ausbreitungen vprkommt und nur selten bestimmtere Glie-Die Muskellehre hat eingehende Darstellung gefunden in P. Eisler, Die Muskeln des Stammes, Jena 1912, ferner durch Frohse und Frankel, Die Muskeln des menschlichen Armes, Jena 1908 und die Muskeln des menschlichen Beines, Jena 1913.Über die Muskelwirkung sind in R. Fick, Handbuch der Anatomie und Mechanik der Gelenke Teil III, ausführliche Angaben enthalten.Rauber-Kopsch, Anatomie. 11. Aufl. III. Abt.j