Bővebb ismertető
VorbemerkungHier und da taucht noch die Frage auf, ob sich denn die doch recht kostspielige Raumfahrtforschung überhaupt lohne, ob denn der enorme personelle, materielle und damit finanzielle Aufwand einen volkswirtschaftlichen Nutzen auch für die nichtraumfahrttreibenden Länder bringe. Nun, die Praxis einer fast zwei Jahrzehnte alten aktiven Raumfahrtforschung hat längst nachgewiesen, daß deren Nutzen sehr groß, freilich nicht immer auf den ersten Blick erkennbar ist. Am augenfälligsten und für jedermann sichtbar sind die Vorteile der Raumfahrt in der Wetterkunde und im Nachrichtenwesen. Ohne die Satellitenmeteorologie und ohne Nachrichtensatellitenverbindungen auszukommen könnte man sich heute gar nicht mehr vorstellen.Doch noch viele andere Disziplinen der Technik, der Naturwissenschaften und nicht zuletzt der Gesellschaftswissenschaften haben einen Nutzen aus der angewandten Raumfahrt, ja, wurden von ihr in ihrer Weiterentwicklung stimuliert. Eine kleine Auswahl aus den unzähligen Nutzanwendungen einem großen Leserkreis darzulegen, das ist der Sinn des vorliegenden Sammelwerks.In 18 Beiträgen berichten hier namhafte Wissenschaftler der UdSSR und der DDR aus ihrem jeweiligen Fachgebiet. Das ist nicht zufällig so. Abge-sehen davon, daß die Kooperation gerade zwischen diesen beiden Ländern auf allen Gebieten des gesellschaftlichen Lebens sehr eng ist und ein Spiegelbild der Entwicklung in den 30 Jahren nach dem Sieg der Sowjetvölker im Großen Vaterländischen Krieg und zugleich nach der Befreiung unseres Volkes vom Faschismus darstellt, wollen die Autoren unterstreichen, daß ein in der Raumfahrt führendes Land, wie die UdSSR, und ein im Rahmen des Interkosmosi)-Pro-gramms an der Raumfahrt teilhabendes Land, wie die DDR und andere sozialistische Länder, einen volkswirtschaftlichen Nutzeffekt aus dem großen Raumfahrtkomplex gewinnen.Die Erforschung der Erde aus dem Weltraum kommt schließlich der gesamten Menschheit zugute, was in diesem Buch an den - aus Platzmangel nur wenigen - Beispielen recht eindringlich und überzeugend nahegebracht wird. Denken wir nur an die weltweit notwendige Überwachung unserer natürlichen Umwelt auf gefährliche Verschmutzungen, an die Erkundung neuer Rohstoffquellen, an die Beseitigung des Analphabetentums in jungen Nationalstaaten, an die Erschließung von Reserven zur vermehrten Produktion von Nahrungsmitteln für die gesamte Menschheit, an den juristisch untermauerten Schutz des erdnahen Raums und Weltraums vor militärischen Abenteuern oder an die immer weitere Verbreitung unserer Auffassung von der Erkennbarkeit der Welt.Dem Charakter eines Sammelwerks über ein Generalthema entspricht es durchaus, wenn manche Kapitel ähnliche Gedanken behandeln, wenn gewisse Überlappungen vorkommen. Das ist unvermeidbar und nicht verwunderlich. Im Gegenteil, das zeigt sogar sehr an-schaulich, wie die Wissenschaftler miteinander korrespondierender Disziplinen aus ein'em Satellitenfoto ihre spezifischen Informationen zu entnehmen verstehen. Den Meteorologen interessieren die Vorgänge in der Troposphäre, den Ozeanologen die auf dem Meer, den Hydrologen oder den Glaziologen die auf dem Festland, den Geologen die an der Oberfläche erkennbaren tektonischen Strukturen, um hier nur dieses eine Beispiel zu nermen. Ja, es hat sogar einen gewissen Reiz, einem großen, vielschichtigen Leserkreis zu zeigen, wie ein und dieselbe Aufnahme aus dem Weltraum verschieden interpretiert werden kann.Möge dieses Buch mit einer Auswahl aus den Nutzanwendungen der Raumflugtechnik eine freundliche Aufnahme finden. Es ist der erste Band einer Reihe, die unter dem Thema Weltraum und Erde die jeweils aktuellsten Erkenntnisse der Weltraumforschung und Raumfahrt zum Nutzen des wissenschaftlichtechnischen Fortschritts einem großen Leserkreis zugänglich machen soll. Für Vorschläge und Hinweise, die Inhalt und Gestaltung des Buches betreffen, sind Verlag und Herausgeber dankbar.Hans WittbrodtBerlin, im Mai 1975