Bővebb ismertető
VorwortDiese Schrift geht auf wiederholte Vorlesungen über verschiedeneThemen der kleinen Psychiatrie zurück. Den Anstoß zur Niederschriftgab die Verlegenheit, wenn Studenten nach Büchern fragten, umüber das Gesehene und Gehörte nachzulesen.In den psychiatrischen Lehrbüchern werden die kleinen psychia-trischen Erkrankungen vernachlässigt. Viele Studenten sehen, demKrankengut der psychiatrischen Klinik entsprechend, auch in den kli-nischen Vorlesungen beinahe nur endogene Psychosen und orga-nische Hirnkrankheiten. Es sind die Krankheiten, die sie als Ärztespäter kaum zu Gesicht bekommen und auch nicht zu behandeln ver-mögen. Konfliktreaktionen, Neurosen und Psychopathien aber, vondenen sie in denen sie in den Vorlesungen kaum etwas hören, werdenunter ihren späteren Patienten häufig vertreten sein. Auf diese zu-künftige Aufgabe sind sie durchweg mangelhaft vorbereitet.Es gibt eine umfangreiche tiefenpsychologische, speziell psychoana-lytische Literatur, die sich mit diesen Störungen beschäftigt. DieMehrzahl dieser Schriften ist jedoch mehr mit den verborgenen Moti-vationen der Störungen beschäftigt als mit ihrer Symptomatik, demVerlauf und den differential-diagnostischen Abgrenzungen. DieKenntnis der unmittelbaren Erscheinungen, der Oberfläche wird da-bei entweder ganz vernachlässigt oder zu selbstverständlich voraus-gesetzt. Auch auf eine nosologische Systematik dieser kleinen psy-chiatrischen Erkrankungen wird kaum Aufmerksamkeit verwandt.Es besteht ein Übergewicht kunstvoller Ableitungen und Konstruk-tionen gegenüber der unmittelbaren Beobachtung und Deskription.Nur das ausgewogene Verhältnis jedoch von Oberfläche und Tiefe,von schlichter Beschreibung der Erscheinung und genetischen Ablei-tungen gibt die ganze Wirklichkeit der Krankheit und des Krankenwieder. Die Tiefenpsychologie hat nach einem vielbeachteten Wortvon Sigmund Freud die bloß beobachteten Phänomene hinter denangenommenen Ursachen zurücktreten lassen." Sie hat damit ganzneue und fruchtbare Perspektiven entwickelt. Eine medizinische Dis-ziplin ist aber ohne Boden, wenn sie nicht zunächst die faßbaren Er-scheinungen, die beobachteten Phänomene, von denen sie ausgehenwill, sichtet, sondern zu schnell hinter die Kulissen schaut. Es gibtauch ein Geheimnis der Oberfläche (Henri Ey), nicht nur ein Geheim-nis der Tiefe.Ausgeklammert aus der vorliegenden Darstellung bleiben alle Aus-führungen zur Psychologie und Psychopathologie der Sexualität so-