Bővebb ismertető
Recht auf Lust" wird heute immer seltener zur Frage, aber immer öfter und bestimmter zur Forderung. Wo von einem Recht" gesprochen wird, ist Gesellschaft im Blick, denn nur in ihr gibt es Recht. Dieses kommt immer dann zur Sprache, wenn es vorenthalten wird, genauer: dort, wo Menschen sich eines gesellschaftlichen Vorenthalts bewufit werden. Viele Menschen erieben heute, dafi der sichere Boden der Morál, auf dem sie standén, unsicherer wird. Auch die bisherige Bewertung von Lust ist fraglich geworden. Die einen setzen sich bewufít über die bisherigen Verhaltensweisen hinweg, die anderen revoltieren und fordern das Recht auf Lust. Die dritten fragen vorsichtig nach Grenzen der Lust. Um in dieser Situation einen eigenen Standpunkt zu gewinnen, ist man auf eine umfassende Information angewiesen. Deshalb wurden hier verschiedene Wissenschaften um einen Beitrag gebeten. Dies soll zu einer breiten Streuung der Meinungen führen und soll persönliche Auseinandersetzung ermöglichen. Warum wird diese Frage in der Reihe Theologie konkrét" behandelt? Die Kirche hatte bisher wesentlich zur Fundierung der gesellschaftlichen Morál beigetragen. Nun wird diese aber immer deutlicher in Frage gestellt. Dies bleibt nicht ohne Rückwirkung auf die Kirche. Gerade die Seelsorge mufí sich mit dieser Frage gründlich auseinandersetzen, um Menschen echte Hilfe anbieten zu können. Aber auch Eltern, Lehrer und Erzieher werden auf einen geweiteten Problemhorizont in dieser Frage angewiesen sein. Eine besondere Frage gilt den Gründen und den ideellen Hintergründen des Rechts auf Lust"; welche Rolle hat dabei der christliche Glaube gespielt und welche kann er dabei weiterhin spielen? Hier spridit Simoné de Beauvoir die Erfahrung sicherlich nicht weniger Zeitgenossen aus: Als ich die Lust zur Sinnlichkeit entdeckte, habe ich an Gott zu glauben aufgehört... Ich habe Gott nie vermifk, denn er stahl mir die Erde" (Die Mandarins von Paris. Hamburg 1955, S. 28). Woher stammt die kirchliche Lustfeindlichkeit? Ist sie im Evangélium schon vorgezeichnet oder ist sie ein einziges, tragisches Mifíverstándnis der Botschaft Jesu? Gibt es nicht auch einen Gott, der an den Freuden des Menschen Gefallen findet, auch an den körperlichen und sexuellen? Das war die Frage eines Albert Camus: Idi möchte wissen, ob wir Gott am Ende unserer Leidenschaften