Bővebb ismertető
VorwortErstes Läuten. Noch zehn Minuten bis zum Beginn der Aufführung. Wir eilen die Treppen hinauf, plötzlich fällt es meiner Begleitung ein: Ich hab' es zu Hause nicht mehr geschafft, den Inhalt zu lesen. Du kennst doch die >Elektra<, erzähl mir mal ganz schnell, worum es geht. Nichts ist nervtötender als solche Fragen, die sich zumeist auch nicht zwischen zwei Klingelzeichen beantworten lassen. Kindern ist man bei ihren ersten Opernbesuchen meist eher geneigt, bereitwillig Auskunft zu geben, doch wenn Erwachsene über die Verästelungen des Atridenstammes, die Vor-Nozze-Beziehungen im Schloß Almaviva, die verwandtschaftlichen Verflechtungen der Gibichungen oder gar aller Ring-Be-teiligten aufgeklärt werden wollen, verlieren selbst eingefleischte Operngänger die Übersicht und die Geduld. Seit mit Erfindung des elektrischen Lichtes der Zuschauerraum während der Vorstellung verdunkelt wird, man also keine Texthefte mehr mitlesen kann, war deshalb Abhilfe gefragt. In diesen Notfällen haben sich Opernführer bewährt. Die vorliegende neuverfaßte 34. Auflage von Reclams Opernführer wird nicht innerhalb weniger Minuten erschöpfende Auskunft geben können. Auskunft auch nicht über alle Opern, sondern nur über die Werke, die nach wie vor das Kernrepertoire der Opernbühnen ausmachen. Wohlgemerkt: der Opernführer vermag keinen Überblick über alle momentan gespielten Werke zu bieten, sondern kann wirklich nur jene beschreiben, die sich häufiger auf den Spielplänen der Bühnen in Deutschland, Österreich und der Sch' veiz finden. Der Umfangsrahmen eines solchen Bandes legte verständliche Beschränkungen auf.Anders als in den Jahren um 1950, als Wilhelm Zentner den Vorgängerband konzipierte (aus dem nur einige wenige Texte hier übernommen sind), präsentiert sich das Bühnen-repertoire heute in einer Breite wie nie zuvor in der Geschichte der Gattung. Händel und Rameau sind - nach allen Ausgrabungswellen und Renaissancen - dem Operninteres-