Bővebb ismertető
Vorwort zur sec Ii zehnten Auflage
Reclams Opernführer ist ein ausgezeichnetes Nachschlagewerk, er ersetzt in vielen Fällen ein Opernlexikon, weil er die entscheidenden musikgeschichtlichen Daten enthält, in knapper Form alle wissenswerten Aufschlüsse über Komponisten, Textautoren und auch Übersetzer gibt. Die richtige Auswahl der Werke, deren Inhalt erläutert werden soll, zu treffen, scheint mir aber die schwierigste Aufgabe zu sein, die ein Opernführer zu erfüllen hat.
Ich bin in der Umwelt des Theaters aufgewachsen und habe ein Lebensalter der Opernkunst gedient. So hat sich mir aus einem einstigen Aufblick ein Überblick erschlossen. Wie viele Werke werden in der Absicht geschrieben, ein Meisterwerk für die Ewigkeit zu schaffen — wie wenige davon überleben eine Spielzeit! Aus den zahllosen Werken, die ohne Prätention einzig zur Unterhaltung für eine Saison geschrieben wurden — (die ganze „opera comique", aus der die klassische Operette entstanden ist) —, ist so manches Meisterwerk zu nennen, das sich bis heute erhalten hat. Dazu kommt, daß das Repertoire unserer heutigen Operntheater nur ein irreführendes Bild geben kann. Schwierig auszuführende Werke lassen sich auf den Behelfsbühnen, die uns der Krieg hinterlassen hat, nicht aufführen, so daß die junge Generation oft bedeutende Werke zum alten Eisen wirft, ohne eine gültige Aufführung dieser Werke erlebt zu haben.
Der von Dr. Wilhelm Zentner geschaffene Führer gibt in ganz ausgezeichneter Weise einen Querschnitt des Opernbesitzes, den wir heutigen Tages zu überschauen haben. Die chronologische Anordnung zeigt uns, wie unabsichtlich, in sinnfälliger Weise die Entwicklung, die die Opernkunst genommen hat. Die klar erkennbare Linie, die von Gluck bis Richard Wagner und weiter über