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Vorwort
»Warum soll ein Unternehmer ethisch handeln, wenn er dadurch ein Geschäft verliert?« Allein diese Frage zu stellen, bedeutet, dass es heute gang und gäbe ist, heber ein Geschäft - sprich: hohen Gewinn - zu machen, als sich richtig zu verhalten.
Bei einer Straßenumfrage würden wahrscheinlich viele Leute spontan antworten: Geschäft geht vor. Ist doch klar, oder?
Und ich fürchte, der eine oder die andere würde kurz zögern und dann zurückfragen: Was heisst denn eigentlich ethisch handeln?
Nun will ich die Menschen auf der Strasse zwar nicht diskriminieren, aber es ist tatsächlich so, dass die Ökonomie oft als Gegensatz zur Ethik ausgelegt wird. Und zwar nicht von irgendjemandem, sondern von anscheinend klugen Leuten. Manch einer von ihnen hat schon den Wirtschaftsnobelpreis bekommen, wie Milton Friedman. Ethik, so glauben viele neoliberale Wirtschaftswissenschaftler, bedeutet doch nur eine rein philosophische Betrachtung der Welt. Diese Einordnung scheint der Natur des Menschen zu entsprechen. Denn der strebt eben nach Geld.
Im Geld sieht der Mensch den angenehmen Vorteil, in ethischem Verhalten eine lästige Pflicht.
Diese Erkenntnis ist nicht neu. Schon in der Bibel erleben wir den Widerspruch zwischen dem Gold und den