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EINLEITUNGUm die Mittagsstunde des 31. Oktober 1517 verließ der Augustinerpater Dr. Martin Luther mit einer SchriftroUe unter dem Arm das Sdiwarze Kloster seines Ordens in Wittenberg und heftete sie an das Südportai der gegenüberliegenden Sdiloßkirdie.Er war ein Bauernenkel und eines Bergmannes Sohn, Priester und Professor der Theologie an der kursächsischen Universität Wittenberg. Als Priester hörte er die Beichte und erlebte immer wieder, daß seine Beichtkinder ihm ein für ihr gutes Geld erworbenes lossprechendes Papier vorwiesen, wenn er sie wegen offenbarer Verfehlungen in Kirchenstrafe nehmen wollte. Er wußte, daß diesem sdiam-losen Ablaßhandel in der Kirchenlehre jede Begründung fehlte und daß all das gute, auf diese Weise eingetriebene Geld außer Landes nach Pxom ging. So sah er sich verpflichtet, gegen den üblen Handel zu protestieren.In 95 Streitsätzen legte er seinen Protest nieder und schlug sie öffentlich an, um damit nach dem akademischen Brauch seiner Zeit zu einer Diskussion unter Gelehrten einzuladen. Er hatte keine Ahnung, in weiches Wespennest er damit hineinstach.Die Wespen wehrten sich wütend, aber alle, die unter ihren Stichen zu leiden hatten, begrüßten ihn als den Befreier von einer schrecklichen Landplage. Wenige Tage später stand der bis dahin unbekannte Möndi und Kirchenlehrer im Mittelpunkt der öffentlichen Aufmerksamkeit und der heftigsten Interessenkämpfe: Die Reformation nahm ihren Anfang, von den einen begrüßt als Befreiung von unerträglidi gewordenem Drudv und von den anderen