Bővebb ismertető
Vorwort Die Wiedervereinigung Deutschlands und der Zerfall des Ostblocks habén innerhalb kürzester Zeit in Mittel- und Osteuropa zu tiefgreifenden Veránderungen aller Lebens- und Wirtschaftsbereiche mit nachhaltigen Folgewirkungen für die regionalen Strukturen geführt. Besonders intensiv sind seither die Wandlungen im Bereich der Grenzen, die in der Periode der sowjetischen Vorherrschaft sowohl am ,,Eisernen Vorhang" als auch zwischen den „sozialistischen Bruderlandern " streng abgeriegelt waren. Nachdem die einstige innerdeutsche Grenze der Vergangenheit angehört und die deutschen Grenzen nach Polen und zur Tschechischen Republik entscheidend durchlassiger geworden sind, habén mehr als sonst im östlichen Mitteleuropa in diesen Grenzregionen neue Entwicklungen eingesetzt, deren Steuerung zur Zeit noch unter einer unzureichenden Kenntnis der zugrundeliegenden Strukturen und Prozesse leidet. Die entstandene Wissenslücke ist bedingt sowohl durch die Dramatik und Turbulenz der eingetretenen Veránderungen als auch durch die Tatsache, dafi die vorherigen raumforschenden und -planenden Einrichtungen in der früheren DDR ebenfalls einem Wandlungsprozefi ausgesetzt waren. So steht dem derzeit grófién Interessezu den regionalen Entwicklungen ein noch unzulanglicher Kenntnisstandgegenüber. Dies gilt nicht zuletzt für den Stand der geographischen Erforschung. Die Veránderungen der obengenannten deutschen Grenzen und der ihnen benachbarten Régiónén waren in den letzten Jahren Beratungsgegenstand der Sitzungen des Arbeitskreises Siedlungsgeographie in Sonneberg, Potsdam, Helmstedt, Plauen und Görlitz. Aufierdem waren sie Untersuchungsobjekte von Mitarbeitern und Studenten u.a. der Universitat Hannover, der Technischen Universitát München, des Instituts für Ökologische Raumentwicklung Dresden, der Handelshochschule Leipzig und des Instituts für Landerkunde. Bei all dem zeichnet sich ab, dafi bei den forschenden Einrichtungen wie auch bei den jeweiligen Régiónál- und Kommunalpolitikern ein vielfáltiges Mosaik von Einzelkenntnissen besteht, dafi aber zusammenfassende und verallgemeinerbare Darstellungen noch nicht möglich waren und wohl auch in absehbarer Zeit noch nicht zu erwarten sind. Der hier vorgelegte Sammelband widerspiegelt die gegenwartige Situation, die durch die hohe Dynamik der Veránderungen und den erst allmahlich einsetzenden Prozefi ihrer Erfassung und Erforschung gekennzeichnet ist. Vor die Wahl gestellt, auf stabilisierte Strukturen und ausgereifte Forschungsergebnisse zu warten oder dem dringenden Bedarf nach aktuellen Informationen und Einsichten gerecht zu werden, habén sich Herausgeber und Autoren zu letzterem entschlossen. Wir hoffen, dafi wir richtig gehandelt habén.