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Heinz Geiss - Reise in das alte Knossos [antikvár]

Reise in das alte Knossos [antikvár]

Heinz Geiss

 
EINE INSEL ÜBERLEBTIn den letzten Jahrhunderten des ausgehenden zweiten Jahrtausends vor unserer Zeitrechnung erschütterten zahlreiche, aus nördlichen Richtungen kommende Invasionswellen die ägäische Welt und die des Nahen Ostens in ihren Grundfesten. Das Großreich der Hethiter in Anatolien zerbrach, und der Pharao Ramses III. konnte die nach Ägypten vordringenden und als Seevöl-ker bezeichneten Stämme gerade noch im Nildelta, also an der Haustür sozusagen, zum Stehen bringen. Vorher waren ihnen bereits die wichtigen Hafen-und...
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EINE INSEL ÜBERLEBTIn den letzten Jahrhunderten des ausgehenden zweiten Jahrtausends vor unserer Zeitrechnung erschütterten zahlreiche, aus nördlichen Richtungen kommende Invasionswellen die ägäische Welt und die des Nahen Ostens in ihren Grundfesten. Das Großreich der Hethiter in Anatolien zerbrach, und der Pharao Ramses III. konnte die nach Ägypten vordringenden und als Seevöl-ker bezeichneten Stämme gerade noch im Nildelta, also an der Haustür sozusagen, zum Stehen bringen. Vorher waren ihnen bereits die wichtigen Hafen-und Umschlagplätze entlang der syrisch-palästinensischen Küste - darunter die Stadt Ugarit mit ihrer mykenischen Niederlassung - zum Opfer gefallen wie auch das bedeutende mykenische Zentrum Enkomi an der Ostküste der Insel Zypern. Im westlichen Teil der Ägäis, auf dem griechischen Festland, waren die mykenischen Staaten dem Ansturm aus dem Norden erlegen, und die bis dahin so mächtigen Burgen und Paläste, wie Pylos an der Küste des Ionischen Meeres - es fiel als erstes den Angriffen zum Opfer -, die Burg von Tiryns mit ihren Zyklopenmauern sowie vor allem das mächtige und goldreiche Mykene, wie Homer es nennt, waren nur noch Trümmerhaufen. Die Zerstörungen waren so gründlich, daß diese Plätze später nur spärlich wieder besiedelt wurden; die Paläste jedoch wurden nie mehr aufgebaut. Damit hatte das mykenische Handelsimperium, das als Nachfolger der minoischen Kreter rund zweihundert Jahre lang den Warenverkehr im ägäischen Raum kontrolliert hatte, aufgehört zu bestehen.Die Bewohner Kretas, das zu dieser Zeit bereits keine Paläste mehr besaß und als Bestandteil des Imperiums durch mykenische Fürsten vom Festland aus regiert wurde, konnten diesen Ereignissen zunächst aus der Ferne zusehen, denn die ersten Eroberungswellen liefen noch auf der Peloponnes aus und ließen die Insel unberührt - wenn auch die schlimme Kunde vom Festland bereits hinreichend Anlaß zu vielerlei Besorgnissen gegeben haben dürfte. Diese Zuschauerrolle änderte sich jedoch in dem Moment, da die ersten Flüchtlinge aus den betroffenen Gebieten nach Kreta kamen, um sich dort niederzulassen, und erst recht dann, als größere Gruppen, die vor den Do-rern - den letzten auf der Peloponnes erschienenen Eroberern - geflohen waren, auf der Insel Fuß zu fassen versuchten. Viele Kreter zogen sich daraufhin vor den eingedrungenen Festlandsbewohnern in die Berge zurück, wo sie an hochgelegenen und schwer zugänglichen Plätzen neue und auch befestigte

Termékadatok

Cím: Reise in das alte Knossos [antikvár]
Szerző: Heinz Geiss
Kiadó: Prisma-Verlag
Kötés: Vászon
Méret: 150 mm x 200 mm
Heinz Geiss művei
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