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Ankunft in ParisMein Hotel liegt dicht an der Seine. Am frühen Morgen trete ich aus der Tür und bin nach wenigen Schritten am Quai. Die Luft ist klar und kalt, kein Wetter für Touristen. Für mich sind Termine verabredet, Gespräche über neue französische Bücher stehen bevor, Verhandlungen in Verlagen. Die freie Zeit jedoch gehört mir.Ich stehe an der Seine. Die steinerne Brüstung, die das Trottoir vom tiefer liegenden Strom trennt, wird von grünen, mit Blech beschlagenen Kisten verdeckt, den Antiquariaten der Bouquinisten. Sie sind fest verschlossen, gegen Wind und Wetter und gegen Einbrecher gesichert. Nur einer der Bouquinisten, er mag an die Siebzig sein, hat geöffnet. Die Hände tief in die Taschen des Mantels gesteckt, wirkt er traurig und verlassen. Ungestört stöbere ich zwischen vergilbten und zerfledderten Büchern und Stichen herum. Der Alte sieht zum Himmel hinauf. Es wird bald schneien, sagt er und zieht den Kopf tief in den Schal hinein. Unser Gewerbe ist nicht mehr attraktiv für junge Leute, spricht er weiter, ohne daß ich ihn aufgefordert hätte zu reden. Mein geringes Französisch ist sowieso nur mit Dolmetscher zu verstehen.Ich stehe mit ihm herum, und niemand kommt. Kein Wunder, um diese Zeit, bei diesem Wetter.Die Konkurrenz in den Läden zieht die Kunden ab, sagt er.Warum warten Sie dann hier? Ohne Aussicht auf Erfolg?Er sieht mich an und sagt kein Wort. Ich weiß nicht, ob er mich überhaupt verstanden hat. Eine seltsame Frage. Seit Hunderten von Jahren gibt es die Bouquinisten in Paris.