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Der verflixte Dreizehnte
Im allgemeinen war in der Reitschule „Tannenhof" in Kirchstadt niemand abergläubisch. Doch an diesem Julimorgen lief vom ersten Moment an alles so verkehrt, als hätten wirklich dunkle Mächte die Hand im Spiel.
Es begann schon damit, daß Frau Kretschmer, die Frau des „Tannenhof'-Pächters, zu spät aufstand, beim Zubereiten des Frühstücks ein schlechtes Ei in die Pfanne schlug, weiter ein Glas zerbrach und sich schließlich vor lauter Eile auch noch in den Finger schnitt.
„Freitag, der Dreizehnte!" rief ihre siebzehnjährige Tochter Petra, als sie den Verbandkasten holte. „An solchen Tagen hat man nichts als Pech."
„An diesen Unsinn sollte man nicht glauben", wehrte ihre Mutter entrüstet ab. „Ich war einfach unachtsam, das ist alles."
Etwas erstaunt musterte Frau Kretschmer nun ihre Tochter, die bereits „Stallmontur" trug. Ihre langen Beine steckten in ausgedienten Stiefeln und abgewetzten Jeans, und die von der Sonne braungebrannten Arme ragten aus einem verwaschenen karierten Sporthemd.
„Wollten wir heute morgen nicht zusammen einkaufen? In dieser Aufmachung kann ich dich unmöglich mitnehmen!" Petra verzog das Gesicht. „Kann ich nicht hierbleiben, Mutti? Ich möchte im Schulstall arbeiten."
Ein leises Lächeln stahl sich auf Frau Kretschmers Gesicht. Für die Pferdeliebe ihrer Tochter hatte sie Verständnis. Auch ihr Mann und sie selbst hatten sich mit Leib und Seele den Pferden verschrieben.
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