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Vorwort
Das Wort Religion leitet sich vom lateinischen „religio" ab und bedeutet „Gottesfurcht", aber auch eine „Versöhnung mit den Göttern" lässt sich darunter verstehen. Und wie und wo auch immer der Mensch zum Menschen wurde - an Zeugnissen einer religiösen Orientierung hat es nie gefehlt. Stets hat er an Übersinnliches geglaubt, sich um Gunst und Gnade der Götter und Göttinnen bemüht. Doch es ist nicht die Aufgabe des vorliegenden Buches, einen Überblick über die religiöse Entwicklung der Menschheit zu geben. Wir wollen auch nicht den Weg jener Religionen nachzeichnen, die in vergangenen Kulturen und bei verschwunden Völkern lebendig waren und gleichzeitig mit ihnen erloschen sind. In diesem Buch geht es um die heute noch lebendigen Religionen, und zwar im Wesentlichen um die fünf großen Weltreligionen: Hinduismus, Buddhismus, Islam, Judentum und Christentum. Zwischen ihnen gibt es viele Berührungspunkte, aber auch viele - manchmal unüberbrückbare - Unterschiede. Doch
I I Katholiken I I Protestanten I I Griecliisch-Orthodoxe
I Armenisciie, Koptische und andere Christen
foiste^i^ I-• " I Gläubige des »südlichen" Buddhismus
haben alle diese Religionen Antworten auf die großen Fragen gefunden, die jeden bewegen, wenn er sich mit dem Mysterium seines Lebens auseinandersetzt. Die Religionen geben alle Kraft im Daseinskampf, sie alle erhellen des Menschen Lebensweg und befähigen ihn, gefasst dem Tode entgegenzutreten. Würden sie das nicht tun, wären sie keine lebendigen Religionen mehr. So verdienen sie, dass wir uns gerade in einer immer enger zusammenwachsenden Welt um ihr Verständnis bemühen und uns mit ihnen auseinandersetzen. Während also die fünf großen Weltreligionen im Mittelpunkt unseres Buches stehen, werden in einem Glossar weitere noch lebendige Religionen beschrieben, deren Lehre und Götterwelt für ihre Anhänger genauso bedeutsam sind, wie beispielsweise den Christen die Botschaft Jesu heilig ist. Mögen uns auch viele religiöse Riten und Praktiken fremd und seltsam erscheinen, so muß doch jeder Mensch in dem Augenblick, in dem er seinem Gott huldigt, unserer Achtung sicher sein. In unserer Welt, in der heute Toleranz ernster denn je genommen werden muss, gehört es einfach zur Allgemeinbildung, über die Religionen der Welt Bescheid zu wissen.
Die Karte zeigt, dass das Christentum die geographisch am weitesten verbreitete Religion ist. Auch was die Zahl der Anhänger betrifft, sind die christlichen Kirchen weitaus am stärksten. Präzise Angaben über die Zahl der Gläubigen der einzelnen Religionen kann es natürlich nicht geben, denn sie beruhen stets auf mehr oder minder fundierten Schätzungen.