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Paul LendvaiEinleitungVor acht Jahren, am 1. August 1975, unterschrieben die Regierungs-und Staatschefs aller europáischen Lánder (mit Ausnahme Alba-niens), der USA und Kanadas in Helsinki die SchluBakte der Konferenz über Sicherheit und Zusammenarbeit in Európa (KSZE). Die Signatarstaaten verpflichteten sich, die Menschenrechte und Grundfreiheiten einschlieBlich der Gedanken-, Gewissens-, Reli-gions- oder Überzeugungsfreiheiten für alle ohne Unterschied der Rasse, des Geschlechtes, der Sprache oder der Religion zu achten". Unter dem Titel Religionsfreiheit, Menschenrechte und Entspan-nung" versuchte am 18. und 19. Mai 1983 ein vom ORF veranstalte-tes internationales Symposion in Wien, eine umfassende Bilanz der Verwirklichung der so feierlich unterzeichneten Absichtserklárung von Helsinki zu ziehen. Die zweite Reise des Papstes in seine Heimat und im September nach Wien gaben unserer Tagung den aktuellen Bezúg und trugen zweifellos zum auBerordentlich starken Echo in den Medien des In- und Auslandes bei.Das Pládoyer des Wiener Kardinals für einen Ost-West-Dialog im Sinne der Toleranz", sein Appell an die Vernunft, an das Rechts-empfinden und an die Staatsráson", um religiöse Diskriminierung nicht so sehr in der Gesetzgebung, sondern auch in den Lebensver-háltnissen des Alltags" in den kommunistischen Staaten Ost- und Südosteuropas aufzuheben, verbunden mit einer grundsátzlichen Analyse der Diskrepanz zwischen Theorie und Praxis in den sich sozialistisch nennenden Lándern stellte bereits im Einleitungsreferat die eigentlichen Kernprobleme der Religiositát zur Debatte. DaB aber Kardinal Königs Warnung vor Pauschalurteilen begründet war, bewiesen die Referate und Berichte über die Lage in den neun Lándern Ost- und Südosteuropas, deren Regime sich zwar auf Marx, Engels und Lenin berufen, aber die Religionsfreiheit in einer von Land zu Land verschiedenen Weise kontrollieren und interpretieren. Der vorliegende Band enthált nur die wichtigsten Referate des