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VORWORT
Das vorliegende Wörterbuch will eine wissenschaftliche Orientierung auf dem fast unübersehbaren Gebiete der verschiedenen Zweige der Religionswissensdiaft sowie der Religionen der Erde geben. — Die "Welt ist im Begriffe, mehr und mehr eine wirtsdiaftliche und vielleicht auch politische Einheit zu werden. Dadurdi rücken nicht nur die fremden Kulturen der geographisch entfernten Länder und Kontinente in den Umkreis des Abendlandes, sondern auch deren religiöse Vorstellungen, die den Grundpfeiler und die Grundlage so verschiedener Kulturen bilden. Das Bedürfnis, in diese fremden Welten einzudringen, den Geist fremder Kulturen zu verstehen, wird größer und dadurdi audi der Mangel an Behelfen hiezu spürbarer. Es soll daher auch der Nidit-Fadimann die Möglichkeit erhalten, sich auf diesem Gebiete einigermaßen zurechtzufinden bzw. sich für das Studium spezieller Fragen vorzubereiten. Die intensive Beschäftigung mit den nicht-christlichen Religionen wird außerdem immer mehr zu einem Vergleich mit dem Christentum herausfordern und die Frage stellen, wieweit der Absolutheitsanspruch des Christentums heute noch berechtigt ist.
Es würde den Rahmen dieses Wörterbuches mit vorgegebenem Umfang weit überschreiten, wollte man bei den in Frage kommenden Stichwörtern außer der Materialdarbietung auch religionsvergleichende Untersuchungen mitberüdtsichtigen. Das Wörterbuch ist als ein Behelf für solche Untersuchungen gedacht, die speziellen Abhandlungen und Monographien vorbehalten sind.
Daß die Erstellung eines solchen Wörterbuches angesichts des überaus großen Umfanges der einzelnen Teilgebiete (Religionsgesdiichte, Religionsphilosophie, Reli-gionsphänomenologie, Religionspsychologie, Religionssoziologie) eine schwierige und mühsame Angelegenheit ist, dürfte auch dem Nicht-Fachmann klar sein. Die größte Schwierigkeit lag in der Aufstellung und damit in der Auswahl der Text-Stidi-wörter. Es mußte eine Beschränkung auf das Wesentliche vorgenommen und den orientierenden Grundbegriffen besonderes Augenmerk geschenkt werden. Um den Umfang eines einbändigen Lexikons noch beibehalten zu können, wurde vor allem das Gebiet des abendländischen Christentums (christl. Kirchengeschichte, Dogmengesdiichte, Liturgiegesdiichte, Hagiographie usw.) ausgeschieden, weil hiefür andere Lexika (z. B. LThK, RGG) zur Verfügung stehen. Besondere Sorgfalt wurde dem alphabetischen Verzeichnis der Text- und Verweis-Stichwörter zugewendet. Dieses detaillierte Register soll die organische Verbindung der religiösen Vorstellungen und Anschauungen untereinander — in ihrer Ähnlichkeit, Differenzierung, Verbreitung usw. — anschaulich machen und Hinweise für religionsphäno-menologische und -vergleichende Untersuchungen bieten.
In der Religionswissenschaft, vor allem in der vergleichenden Religionsgeschichte, hat das Isolieren, das Herauslösen religiöser Vorstellungen und Begriffe aus dem organischen größeren Zusammenhang viel Verwirrung und Unheil angeriditet. Ein
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