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Religiöse Aufbrüche - Versuch einer theologischen Deutung Von Prof. Dr. Peter hippert CSSR, Hennef I. Zur Situation 1. Es gibt seit Ende der 60er Jahre eine weite Welle des Pessimismus. Dieser geht auf ein komplexes Geflecht von Ursachen zurück. Zu den verursachenden Faktorén dürften unter anderem záhlen: der faktisch und moralisch unbewáltigte Vietnamkrieg; das verschárfte Rassenproblem in den USA; die überall aufbrechenden neuen Konflikte: Lateinamerika, Indien; das allgemeine Versagen der UNO; die nun manifest gewordene Umweltverschmutzung; die steigende Kriminalitát, ihre Brutalisierung, die zunehmende Vermischung von Verbrechen und politischem Extremismus; schlieBlich geologische Hypothesen, die innerhalb dieses oder des náchsten Jahrzehnts Seebeben und eine teilweise Überschwemmung Kaliforniens vermuten. Die genannten Faktorén sind teilweise oder vorwiegend Entwicklungen, die Amerika betreffen, oder gar die am meisten urbanisierte Gegend Amerikás, Kalifornien, das auch der Ursprungsort der meisten neueren Tendenzen („Neue Linké", Hippiebewegung) gewesen ist. Aber das Faktorenbündel ist so universell, daB es eine globale Problemlage schafft: in dieser Hinsicht kann man wenigstens in bezúg auf die Industrielánder von einer „one world" sprechen. 2. Der allgemeine Pessimismus zeigt sich. auf mehreren Ebenen in Gesellschaft und Kirche. Pessimismus in der Gesellschaft: in der Diffamierung des Status quo durch die Neue Linké, die: a) die gegenwártige Gesellschaft als totál entfremdend und böse bezeichnet und: b) entweder keine Alternativen (anarchistische Variante) oder aber Möglichkeiten vorsieht, in denen all das deutlich wiederkehrt, was sie ablehnt (systemkonform - marxistische Variante); in den Prognosen der Futurologie, deren Perspektiven sich (im Gegensatz zur Mitte der 60er Jahre) zunehmend verdüstern; in den Zweifeln, die viele ethisch-humanistische Impulse auszutrocknen schei-