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REMBRANDT
Rembrandt steht uns gerade mit den Werken am nächsten, die von ssinen niederländischen Auftraggebern abgelehnt wurden. Die Nachtwache, welche 1641 zurückgewiesen wurde, beendet seine Erfolge als Mcdemaler Amsterdams und eröffnet die Reihe seiner reifen Meisterwerke. Er schreitet weit über das Verständnis seiner Zeit hinaus. Äußerlich beginnt damit sein Unglück. Innerlich beginnt damit seine Größe.
Der Bankerott von 1656 im fünfzigsten Lebensjahre und die Zwangsversteigerung seiner Sammlungen ist die bittere Folge. In jenen schwarzen Tagen soll Rembrandt die Studie zu einem Christus in der Geißelung gemalt haben, das kleine Bild, das mit der Sammlung v. Car-stanjen jetzt eben in das V^allraf-Richartz-Museum in Köln gekommen ist.
Die Gemälde werden mehr und mehr vertieft und verinnerlicht. Sie werden zugleich in ihrer farbigen Feinheit, Kraft und Wucht mehr und mehr meisterlich gesteigert. Die beispiellose Ausdruckskraft der von ihm geschaffenen Menschen geht Hand in Hand mit einem beispiellosen rein malerischen Können. Kein Anteil des Bildes bereichert sich auf Kosten des andern wie sonst.
Rembrandts Farben hat man damit zu erklären versucht, daß man annahm, sein Auge sei für Blau unempfindlich gewesen. Die Farbenteppiche seiner Bilder in Gold und Rot und Braun bieten mir eine andere Erklärung dar. Es ist die Schöpfung einer Farbenwelt, in welcher eine Verwandtschaft, eine Nähe alier Farben im Bilde zu einander gewonnen ist, ein Anähneln aller dieser, auf der warmen Seite des Spektrums liegenden Töne: Goldocker, gebrannte Erden, Umbra, Siena, Goldgrau und Braungrün. Wie mit geschmolzenem Bernstein in allen Schattierungen und Tinten setzt Rembrandt das Mosaik seines berühmten Helldunkels zusammen: Eine farbige Einheitlichkeit ohnegleichen wird erzielt.
Nichts anderes zeigt das Liniengewebe. Ein Netz von Strukturen überspinnt die Bildfläche, die einander angeähnelt sind. Durch das Abdunkeln der Bildecken, das Abblenden der Bildränder und das oft scheinwerferartige Aufhellen des Mittelfeldes wird die Bildstruktur zu