Bővebb ismertető
REMBRANDT hat in der europäischen Malerei eine so große Bedeutung erlangt, daß die Literatur über ihn eine mittelgroße Bibliothek füllen würde; einige Bücher befassen sich sogar nur mit jeweils einem seiner Werke. Im folgenden sollen Leben und Schaffen Rembrandts dem Leser so nahegebracht werden, daß es ihn drängt, noch mehr über diesen Künstler zu erfahren und seine Werke, soweit möglich, kennenzulernen. Die kurze Einführung in das Leben und Wirken des Meisters ist zur Vertiefung der in diesem Band gezeigten Bildreproduktionen gedacht. Rembrandt verkörpert im malerischen Ausdruck des Bewußtseins der Kultur, in der wir leben, nicht nur einen reinen Typus gleich etwa Michelangelo, Tizian oder Rubens; um ihn ist etwas Besonderes, das ihn selbst von bedeutenden Malern unterscheidet und in die Sphäre des Übermenschlichen entrückt. Dort ist sein eigentlicher Platz, wenn der Malerei tatsächlich die große Bedeutung zukommt, die ihr hier zugesprochen wird. Es ist nicht zuviel gesagt, wenn wir behaupten, daß unsere Kultur ohne Rembrandts Werk erheblich ärmer wäre. Vielleicht hätte eine solche Feststellung Rembrandt selbst nicht einmal so sehr überrascht, wie man vermuten könnte: Durch sein Leben zieht sich allen Schicksalsschlägen zum Trotz das zielstrebige, unbeirrbare Drängen und Suchen jener großen, einsamen Geister, die wohl irgendwie spüren, daß sie zu Außerordentlichem berufen sind. Der Hintergrund, vor dem sich Rembrandts Leben abspielte, berechtigte an sich kaum zu dem Schluß, daß seine Zeit für eine solche künstlerische Größe reif war. Die Renaissance in Italien bedurfte, um sich ganz zu verwirklichen, der individuellen Vielfalt eines Leonardo, des unerhört verdichteten Humanismus eines Michelangelo, des ruhigen, ausgewogenen Klassizismus Raffaels oder einer letzten Phase der Fülle wie der venezianischen. Die Entwicklung der Renaissance schien diese verschiedenartigen schöpferischen Talente förmlich zu provozieren. Im Holland des 17. Jahrhunderts dagegen gab es keine so gearteten Impulse. Das Land kämpfte um seine Existenz, und man konnte nicht erwarten, daß es sich überhaupt mit den bildenden Künsten befaßte. Zudem war es zutiefst kalvinistisch und schon aus diesem Grunde den schönen