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Rembrandt [antikvár]

Fritz Erpel

 
denn diese beiden Bilder sind es, darin die größte und die natürlichste Bewegung beachtet worden ist - Rembrandt über seine Arbeit, 1639 dieses halbenthüllte übermenschliche Unendliche, das dann so natürlich erscheint-Van Gogh über Rembrandt, 1889 »Man darf nur das Wort Rembrandt aussprechen, so ist es gerade, als wenn man Kunst sagt, ja viel mehr« - der Satz, geschrieben tief im vorigen Jahrhundert, ist so unveraltet wahr wie dieser andere, der ihm scheinbar widerspricht: »Für die große Mehrzahl ist Rembrandt, sein...
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denn diese beiden Bilder sind es, darin die größte und die natürlichste Bewegung beachtet worden ist - Rembrandt über seine Arbeit, 1639 dieses halbenthüllte übermenschliche Unendliche, das dann so natürlich erscheint-Van Gogh über Rembrandt, 1889 »Man darf nur das Wort Rembrandt aussprechen, so ist es gerade, als wenn man Kunst sagt, ja viel mehr« - der Satz, geschrieben tief im vorigen Jahrhundert, ist so unveraltet wahr wie dieser andere, der ihm scheinbar widerspricht: »Für die große Mehrzahl ist Rembrandt, sein Leben und seine Persönlichkeit immer noch in jenes mythische Gewand gehüllt, welches Historiker und Ästhetiker ihnen von jeher nur zu gern umgehangen haben.« Indessen, der kritisch auf Klarheit zielende Rem-brandt-Aufsatz Eduard Kolloffs von 1854 sagt es ebenso rundheraus, »das Wunderbare in dem Leben eines Künstlers ist die Geschichte seiner Werke«, und diese Geschichte stellt sich uns heute, weit über dreihundert Jahre nach RembrandtsTod, in vielfach schärferem Licht dar als noch ein Menschenalter zuvor - und offenbart darin um so mehr, gelegentlich überraschend, ihre irritierenden Dunkelheiten. »Rembrandt hätte wo immer geboren werden können, und zu jeder Zeit wäre seine Kunst die gleiche gewesen«, so, in oft beschworenem Irrglauben, der Dichter Verhaeren. Doch Rembrandts einzigartige Gestalt ist nicht zu denken ohne ihre Zeit, ohne die Nation und Gesellschaft, in die sie hineingeboren war und die den Mann und seine Möglichkeit unausweichlich bestimmten - wie allerdings, genauso gewiß, nicht Zeit und Gesellschaft darüber entschieden, daß eben jener Rembrandt van Rijn Rembrandt wurde: »Die Menschen machen ihre Geschichte selbst«, bemerkte entsprechend Friedrich Engels, »aber in einem gegebenen, sie bedingenden Milieu, auf Grundlage vorgefundener tatsächlicher Verhältnisse.« Widerspruchsvoll genug. Denn dieses die Lebensarbeit, die Lebensreife Rembrandts bedingende Milieu gestaltete sich in konträren Prozessen aus und um. Im achtzigjährigen Freiheitskrieg der nördlichen Niederlande gegen den spanisch-habs-burgischen Absolutismus vollendete zugleich, unter günstiger Konstellation, das Bürgertum seine erste siegreiche Revolution und begründete mit der Republik der Generalstaaten die führende Handelsmacht, die »kapitalistische Musternation« des Jahrhunderts; im Westfälischen Frieden von 1648 endgültig anerkannt, triumphierte die junge Union Selbstbildnis, mit breit umgeschlagenem Kragen. 17,8x15,4 cm. Radierung. Entstanden 1629 tatsächlich schon in dem für zwölf Jahre abgeschlossenen Waffenstillstand von 1609 - es triumphierte ebenso der gesellschaftliche Antagonismus einer neuen geschichtlichen Realität. Die Reichtümer raffende, rastlos kapitalaufstockende Handels* und Manufakturbourgeoisie, die bewegende

Termékadatok

Cím: Rembrandt [antikvár]
Szerző: Fritz Erpel
Kiadó: Henschelverlag
Kötés: Vászon
ISBN: 3362002833
Méret: 250 mm x 280 mm
Fritz Erpel művei
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