Bővebb ismertető
Die lobenden Urteile der Zeitgenossen beweisen, daB Rembrandts Radierungen sehon früh Anerkennung erhielten. Die Beurteilung seiner Gemálde erfuhr im Laufe der Jahrhunderte viel Vferánderungen, doch seine Radierungen erfreuten sich jederzeit Bewunderung. Die Kunstsammler und Faehleute zweifelten nie daran, daB seine Werke unerreichbare Meisterwerke der Graphik darstellen. Die Technik der Radierung kannte man schon seit dem 15. Jahrhundert, ihre Blütezeit erreichte sie jedoch erst zu Beginn des 17. Jahrhunderts. Ihr Wesen besteht darin, daB die zum Druck benutzte Kupferplatte mit einem sáurebestándigén Material bestriehen wird und in diese die Linien eingeritzt werden. Danach wird die Platté mit Sáure begossen; so átzt die Flüssigkeit nur an den eingeritzten Stellen die Oberfláche. Die Platté, auf der also die Sáure die Zeichnung ausátzt, wird danach mit Farbe bestriehen, die nur in den Vertiefungen verbleibt. Beim Druck gerát also die Farbe aus den Rillen aufs Papier und gibt somit die Darstellung wieder. Rembrandt machte sich schon in jungen Jahren mit der Technik der Radierung bekannt und wandte sie nach anfanglichen Unsicherheiten auf hohem Niveau an. Er machte sich nicht nur mit den allgemein üblichen Verfahren bekannt, sondern experimentierte stándig, suchte neue Ausdrucksmittel und probierte, neue Wirkungen zu erreichen. Rembrandt gehört also nicht nur aufgrund der künstlerischen Werte seiner Schöpfungen zu den gröBten Persönlichkeiten in der Geschichte der Graphik, sondern auch durch seine technischen Neuerungen und modernen Lösungen. Nach einer Quelle aus dem Jahre 1660 verwendete der Künstler eine helle, verháltnismáBig weiche Grundierung, in die er leicht, fast ohne Widerstand Zeichnungen mit der Nadel einritzte. Damit konnte er die Leichtheit und Feinheit der Tuschzeichnung nachahmen. Er bereitete die Komposition mit Skizzen und Detailzeichnungen vor, doch die endgültige Form erhielt sie meistens erst durch die Nadel auf der grundierten Kupferplatte. Die náchste Phase der Arbeit, das Átzen, wurde von Rembrandt - teilweise gestützt auf die Initiative hollándischer Meister - gründlich erneuert. Das Tauchen der Platté in die Sáure bedeutete für ihn noch nicht das Ende der Arbeit. Er bestrich einige Teile mit einem sáurebestándigen Lack und tauchte die Kupferplatte erneut in die Sáure. Meistens wiederholte er dieses Verfahren mehrmals, und so entstanden auf der Platté verschieden tiefe und starke Linien. Das mehrmalige und an einigen Stellen unterschiedlich dauernde Átzen hatte zum Ziel, die Radierung nicht als eine gleichmáBige einfarbige Zeichnung wirken zu lassen, sondern fein differenzierte Stufen der hellen und dunklen Schattierungen zu erreichen. Auf einigen Bláttern wáhlte der Meister jedoch eine vom hier beschriebenen Verfahren grundlegend abweichende Methode. Er bearbeitete nicht gleichzeitig die ganze Platté, sondern nur an einzelnen Formen oder Gestalten und so átzte er auch nur die einzelnen Teile. So ist z.B. auf der Graphik DerEngel erscheint vor den Hirten" gut zu sehen, daB der spáter hell gehaltene Teil in der ersten Arbeitsphase nur skizzenhaft vorhanden, die dunkle Zone jedoch gánzlich ausgearbeitet war. Erst in der zweiten Phase gestaltete er die helleren Teile genauer aus. Ab Mitte der 1630er Jahre ist bei Rembrandts Technik ein Wandel zu beobachten: Wenn er dunklere Grade erreichen wollte, arbeitete er nicht mehr mit erneutem Átzen oder dem Einritzen von zusátzlichen Linien, sondern benutzte die sogenannte Kaltnadel. Er ritzte die Linien unmittelbar in die Platté, benutzte zu deren Vertiefung also keine Sáure. Die KaltnadelZeichnung ist zwar etwas eckiger als die geátzte, doch bestimmter, genauer und feiner als diese. Die hauchdiinnen Linien sind trotz des Widerstandes des Materials freier und individueller, drücken besser die Individualitát des Künstlers aus. Zur Schattierung verwandte der Künstler ein dichtes Netz, wodurch eine tiefe, dunkle Fláche entstand. Am Rand der eingeritzten Linien verbleiben feine Metallkörnchen, die beim Druckverfahren ebenfalls Farbe aufnehmen. Diese Methode eignet sich also auch für weiche, malerische Wirkungen. Am Anfang wandte Rembrandt die KaltnadelTechnik nur zu Ergánzungen und Korrektionen an, doch ab Mitte der 40er Jahre erhált sie immer mehr Bedeutung, dominiert gegenüber dem mit Sáure behandelten Teilen. SchlieBlich entstanden reine Kaltnadel-Radierungen. In der zweiten Hálfte der vierziger Jahre erscheint dann neben der Radiernadel und der Kaltnadel auch das Schneidemesser unter den Werkzeugen des Künstlers. Lange, feine parallele Linien dienten dazu, die zu intensiven Flecke abzudámpfen und einen einheitlichen Ton des ganzen Werkes zu erreichen. Wenn die Darstellung auf der Kupferplatte entsprechend war, konnte mit dem Druck begonnen werden. Entgegen dem allgemeinen Brauch übertrug Rembrandt diesen Arbeitsgang nicht einem Meister, sondern führte ihn selbst aus. Er experimentierte mit der Auswahl des Papiers und der Menge der Farbe, um einen dem Thema am meisten entsprechenden, wirkungsvollen Druck zu erhalten. Oft hielt der Künstler nach dem Druck den Stich noch nicht für vollendet: er gestaltete, veránderte die Kupferplatte noch weiter. So entstanden die sogenannten Zustánde (die Sammler nennen sie französisch états"), d. h. verschiedene Varianten eines Kupfer-