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Erstes KapitelSie lieben große Gesellschaft nicht, Mademoiselle?" Sagen Sie es nicht weiter! Ich sterbe in ihr vor Langeweile. Das ist die ganze Wirkung, die auf mich die Gesellschaft ausübt. Vielleicht liegt es daran, daß ich kein Glück gehabt habe. Ich bin ernsten jungen Leuten begegnet, Freunden meines Bruders, jungen Leuten, die in Zitaten reden, wie ich es nenne. Mit jungen Mädchen kann man nur über die letzte Predigt sprechen, die sie gehört, über das letzte Klavierstück, das sie eingeübt, oder über das letzte Kleid, das sie angezogen haben. Die Unterhaltung mit meinen Altersgenossinnen ist engstirnig "Sie bleiben wohl das ganze Jahr über auf dem Lande, Mademoiselle?"Ja. Wir sind so nahe bei Paris Ist das neue Stück, das man dieser Tage in der Opéra-Comique gespielt hat, hübsch? Haben Sie es gesehen?"Ja, Mademoiselle, reizend. Eine meisterhafte Musik. Ganz Paris war in der ersten Aufführung. Ich gehe nur in Erstaufführungen."Stellen Sie sich vor: Das einzige Theater, in das man mich führt, ist die Opéra-Comique dazu ins Théâtre Français und auch nur, wenn man dort Meisterwerke spielt. Ich finde sie unausstehlich langweilig, diese Meisterwerke! Wenn ich daran denke, daß män mir das Palais-Royal verbietet! Übrigens lese ich die Stücke. Eine ganze Zeit habe ich damit zugebracht, die ,Saltimbanques' auswendig zu lernen. Sie natürlich können überall hingehen. Sie sind glücklich dran Neulich abends gab es eine Auseinandersetzung zwischen meiner Schwester und meinem Schwager wegen des Opernballs. Ist es wahr, daß es unmöglich ist, dort hinzugehen?" Unmöglich, Mademoiselle? Mein Gott " Angenommen, Sie wären verheiratet; würden Sie Ihre Frau hinführen bloß damit sie es einmal sieht?" Wenn ich verheiratet wäre. Mademoiselle, würde ich nicht einmal "Ihre Schwiegermutter hinführen, nicht wahr? Ist es wirklich so schrecklich?"Aber, Mademoiselle, zunächst ist da ein Gemisch " Eine gemischte Gesellschaft? Ich kenne das. Aber das ist