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PIERRE AUGUSTE RENOIR wurde am 25. Februar 1841 in Limoges geboren.
Sein Vater war ein unbedeutender Schneider. Der kleine Renoir zählte vier Jahre, als
seine Eltern nach Paris übersiedelten, wohl in der Absicht, die Lebensmöglichkeiten
für sich und ihre Söhne zu erweitern.
Obwohl aus bescheidenen Verhältnissen, hatten die Eltern Renoirs durchaus Sinn
für künstlerische Dinge, wie damals viele der kleinbürgerlichen Familien. Aus seinen
Erinnerungen geht klar hervor, daß er zwar in einer Atmosphäre geringer Bildung
aufwuchs, daß aber damit die Möglichkeit, ein mittelmäßiger Künstler zu werden,
durchaus nicht ausgeschlossen war. Seine Mutter machte ihn während ihrer gemein-
samen Spaziergänge in den Wäldern bei Louveciennes auf die landschaftlichen Schön-
heiten aufmerksam, und als er die Schule in der Rue d'Argenteuil besuchte, fand er
sich in den Gesangsstunden von keinem Geringeren als dem noch unbekannten Gounod
unterrichtet. Bereits früh zeigte sich sein in der Familie Hegendes Zeichentalent (sein
Bruder war Wappengraveur), und als er dreizehn war, fanden seine Eltern Gelegenheit,
ihn bei einem Porzellanfabrikanten in die Lehre zu geben.
Zu jener Zeit wurde Gebrauchsporzellan noch für Hungerlöhne handgemalt. Renoir
führte zunächst - zum Preise von fünf Sou für das Dutzend - Blumenmuster und
-Sträuße auf Geschirrstücken aus; als seine Fertigkeit wuchs, rückte er auf: man über-
ließ ihm jetzt die Ausarbeitung von Dekors, die das Profil Marie Antoinettes zeigten.
Doch diese Betätigung befriedigte ihn keineswegs; es währte nicht allzu lange, bis er
mit dem Besuch abendlicher Zeichenkurse begann und regelmäßig den Louvre auf-
suchte, wo ihn die Skulpturen des 16. Jahrhunderts und die Gemälde Bouchers am
tiefsten beeindruckten.
Das Paris, in dem Renoir lebte, war noch nicht von Haussmanns Hand umgestaltet
worden, seine Arbeitsstätte am Boulevard du Temple lag in einem der belebtesten
Bezirke der Stadt. Das Viertel hatte etwas von einem immerwährenden Jahrmarkt, voll
vom Lärm der Hausierer, Straßenmusikanten und Müßiggänger, die zwischen den
Marktständen ihre Scherze austauschten. All das gefiel dem jungen Renoir, ebenso wie