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RENOIR. DER IMPRESSIONISMUS UND DIE TRADITION
Auguste Renoir ist einer der wichtigsten Vertreter des Impressionismus, der Mitte des 19. Jahrhunderts den abendländischen Kunstbegriff tiefgreifend veränderte. Die Bezeichnung Impressionismus wurde anlässhch der ersten Ausstellung einer Gruppe von Malern -Monet, Sisley, Pissarro, Degas, Berthe Morisot und Renoir -geprägt, die sich 1874 als Genossenschaftliche Aktiengesellschaft von Malem, Bildhauern, Graveuren etc. der Öffentlichkeit präsentierte. Ein zeitgenössischer Kritiker namens Louis Leroy veröffentlichte in dem Satireblatt Le Charivari einen Artikel, in dem er die Ausstellung der Gruppe lächerlich machte. In Anspielung auf Monets Werk Impression, Sonnenaufgang nannte er den Artikel Ausstellung der Impressionisten. Die Mehrheit der Gruppe akzeptierte den Begriff.
DIE EINBINDUNG IN DIE TRADITION
Andere jedoch, z. B. Degas und Renoir selbst, verweigerten die Identifizierung mit dieser Bezeichnung. Der Künstler aus Limoges sah sich als Glied in einer Kette und fühlte sich der Kontinuität einer langen Tradition französischer Kunst verpflichtet. Nie wollte er als Revolutionär gesehen werden, nicht einmal in den Momenten, in denen seine Werke vom offiziellen Salon abgelehnt oder von der Kritik systematisch angegriffen wurden. In Wirklichkeit nahm er an den Ausstellungen der
Impressionisten nur teil, um seine Werke zu zeigen, und nicht, weil er die herrschenden Verhältnisse ablehnte.
DER SALON UND DIE AKADEMIE
Das offizielle künstlerische Panorama im Frankreich der Mitte des vergangenen Jahrhunderts wurde beherrscht von der Akademie, der École des Beaux-Arts und dem offiziellen Salon. Eine künstlerische Laufbahn begann in der École des Beaux-Arts. Dort konnte ein gelehriger Schüler, der sich an die strengen Vorgaben des Klassizismus hielt, offizielle Erwähnungen erreichen. Diese ebneten ihm den Weg zu anschließenden Stipendien und einem gewissen Ansehen, was im Hinblick auf sein späteres Berufsleben von großer Bedeutung war.
Renoir akzeptierte den Status quo mit einer gewissen Resignation. Obwohl er gewiss stark unter dessen Auswirkungen litt, glaubte er sogar in den Momenten des heftigsten Widerstands innerhalb der Gruppe, dass der Salon der angemessene Ort war, sein Werk bekannt zu machen. Hartnäckig stellte er während vieler Jahre dort aus. Erwähnenswert auch die formalen Aspekte: Die impressionistische Technik versucht, den Eindruck von Farbe wiederzugeben, den das Auge durch den Kontakt mit Licht erhält. Renoir und seine Freunde übernahmen von Malern wie Delacroix oder Manet eine kritische Haltung gegenüber dem absoluten Charakter der
WEIBLICHER AKT IN DER SONNE, UM 1885. Zahlreiche Zeichnungen entstehen ab 1883.
MÄDCHEN MIT ROSE, 1886. Renoir wählt für seine Gemälde und seine zahlreichen Zeichnungen häufig die gleichen Themen.
DIE MUSiKSTUNDE. 189!.
Das Motiv dieser Skizze taucht in einem ein Jahr später entstehenden Gemälde wieder auf.